Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Instituts haben zahlreiche durch Drittmittel geförderte Forschungsprojekte eingeworben. Informieren Sie sich hier über aktuelle Projekte und die Mitwirkenden.

Malerei mit Darstellung zweier Mönche aus Höhle 92 der buddhistischen Felshöhlen von Kizil, China, 2001, Foto: © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Jürgen Liepe
Malerei aus Höhle 92 der buddhistischen Felshöhlen von Kizil, China, 2010, Foto: © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Jürgen Liepe

Aktuelle Forschungsprojekte

Digitale kritische Edition des Nyāyabhāṣya

Der Nyaya („Logik“) ist eine der wichtigsten Traditionen der klassischen indischen Philosophie. Seine grundlegende Schrift, das Nyayasutra, besteht aus fünf Kapiteln und wird dem Weisen Aksapada zugeschrieben. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts wurde der Text von anonymen Bearbeitern weitgehend festgelegt und kurz danach von Paksilasvamin Vatsyayana kommentiert. Vatsyayanas Kommentar, das Nyayabhasya, ist für unser Verständnis der frühen Phase der Nyaya-Philosophie und die Rekonstruktion der frühesten Form des Nyayasutra außerordentlich wichtig. Ferner erweitert er unsere Kenntnis der anderen philosophischen Traditionen der klassischen Periode, deren Literatur nur teilweise erhalten ist.

Trotz dieser großen Bedeutung für die Erforschung der indischen Philosophiegeschichte ist das Nyayabhasya bisher nicht kritisch ediert worden. Die Notwendigkeit einer kritischen Ausgabe wurde durch ein von der DFG finanziertes Pilotprojekt zum 5. Kapitel und drei vom FWF geförderte Projekte zu den Kapiteln 1–2 an der Universität Wien hinreichend dokumentiert. Das DFG-Langzeitprojekt bezweckt die kritische Ausgabe von Kapitel 3–4, die in dialektischer Form zentrale metaphysische, epistemologische, theologische und soteriologische Fragen behandeln. Um den kritischen Text zu erstellen, werden 15 Handschriften verwendet, die aus stemmatischer Sicht aus 41 verfügbaren ausgewählt wurden. Sie sollen durch eine Anzahl weiterer Handschriften, nach philologischer Bewertung ihrer Lesarten und der Durchführung verschiedener phylogenetischer Analysen ihrer Texte, ergänzt werden. Surrogate der relevanten Handschriften, vor allem aus Indien, sind bereits verfügbar. Neben der gedruckten kritischen Ausgabe der beiden Kapitel ist ein Hauptziel des Projekts die neuesten Standards entsprechende digitale Veröffentlichung und damit weite Verbreitung einer neuartigen kritischen Ausgabe ihres Textes, begleitet von einer Dokumentation der Textversionen aller primärer und sekundärer Zeugen und ausgewählter gedruckter Ausgaben und unter Zugabe ausführlicher Handschriftenbeschreibungen. Die Veröffentlichung erfolgt auf der innovativen Web-Plattform Brucheion, die für das Projekt entwickelt wurde und freien Zugang zu den Texten sowie die Möglichkeit der Untersuchung der Vielfalt der Textüberlieferung bieten wird. Der kritische Text wird eine verlässliche, gut begründete umfassende Quelle für zukünftige Studien zur klassischen Nyaya-Philosophie sein und Grundlage für eine neue philologisch sachkundige Übersetzung des Textes darstellen. Das Projekt wird einen substantiellen Beitrag zur Einführung der Digital Humanities und der digitalen Philologie in das Fach leisten, mit der Etablierung neuer Vorgehensweisen und Methoden im Bereich der Stemmatik und Darstellung von Daten, die auch in jedem anderen geisteswissenschaftlichen Fach, wie z.B. der klassischen Philologie, angewandt werden können, in dem kritische Ausgaben auf Basis einer großen Anzahl von Handschriften unternommen werden.

Mitarbeitende

Prof. Dr. Eliahu Franco

Prof. Dr. Eliahu Franco

Institutsleiter

Schillerstraße 6, Raum S-107
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37121
Telefax: +49 341 97-37148

Sprechzeiten
Mittwoch 16:00 bis 17:00 Uhr
online
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Dr. Philipp André Maas

Wiss. Mitarbeiter

Schillerstraße 6, Raum S-09
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37120
Telefax: +49 341 97-37148

Sprechzeiten
Termin bitte individuell per E-Mail vereinbaren.

 Jan Kaßel

Jan Kaßel

Wiss. Mitarbeiter

Paulinum
Augustusplatz 10, Raum P 614
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-32348

Yamāri’s Pramāṇavārttikālaṅkāraṭīkā Supariśuddhā (diplomatische und kritische Ausgaben, Teilübersetzung und Studien)

Yamāris umfangreicher Kommentar zum Pramāṇavārttikālaṅkāra (im Folgenden PVA) von Prajñākaragupta (ca. 750-810), die Pramāṇavārttikālaṅkāraṭīkā Supariśuddhā (im Folgenden Supariśuddhā), die um 1050 u.Z. niedergeschrieben wurde, galt lange Zeit als im Sanskrit-Original verschollen und war nur in einer tibetischen Übersetzung zugänglich, deren Verständlichkeit durch manchmal unüberwindbare philologische Probleme getrübt war. Erst kürzlich ist bekannt geworden, dass doch eine Handschrift dieses Werkes erhalten ist, die im China Tibetology Research Center (CTRC) in Beijing verwahrt wird.  Dank einer Übereinkunft zwischen dem Institut für Indologie und Zentralasienwissenschaften der Universität Leipzig und dem CTRC erhalten der Antragsteller und die zwei vorgesehenen Projektmitarbeiter Zugang zu diesem sensationellen Fund. Das Manuskript enthält den Kommentar zum umfangreichen Pramāṇasiddhi-Kapitel des PVA, den wir sowohl diplomatisch als auch kritisch herausgeben wollen, zusammen mit einer Übersetzung und Studie ausgewählter Passagen zur buddhistischen Religionsphilosophie. Das Zeugnis des Manuskripts wird es uns nicht nur erlauben, erstmalig das Oeuvre des bedeutenden buddhistischen Kommentators und Philosophen, Yamāri, zu studieren, sondern wird auch erheblich zum Zeugnis für den Text von Prajñākaragupta PVA beitragen.
Das Projekt wird daher einen dreifachen Zweck erfüllen: Es wird 1) durch die editio princeps des Sanskrit-Originals der Supariśuddhā eine neue Grundlage für das Verständnis des Werkes eines wichtigen buddhistischen Kommentators und Philosophen schaffen, 2) den ersten Versuch darstellen, einen Teil von Yamāris Gedankengebäude zu rekonstruieren, indem jene ausgewählten Passagen übersetzt und untersucht werden, in denen Yamāri signifikant über die wörtliche Erklärung des PVA hinausgeht, und 3) ein sehr benötigtes, lange vermisstes Instrument für das Verständnis eines der wichtigsten Werke der buddhistischen epistemologischen Tradition, nämlich des PVA, zur Verfügung stellen.
Zusätzlich stellt das Projekt einen bedeutenden Schritt in der internationalen Kooperation mit dem CTRC dar. Die Offenheit des CTRC für eine solche Kooperation ist entscheidend für die Entwicklung der Buddhismuskunde in den kommenden Jahrzehnten, insofern der Zugang zu den einmaligen Sanskrit-Handschriften des CTRC äußerst wichtig ist für das Verständnis der Geschichte des Buddhismus in Südasien, besonders in seiner späteren und letzten Phase.

Mitarbeitende

Prof. Dr. Eliahu Franco

Prof. Dr. Eliahu Franco

Institutsleiter

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Dr. Junjie Chu

Dr. Junjie Chu

Wiss. Mitarbeiter

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 Hiroko Matsuoka

Hiroko Matsuoka

Wiss. Mitarbeiterin

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Säkulare Lebensbeschreibung im frühneuzeitlichen Tibet: Eine Studie Kalon Tenzin Paljors Autobiografie 'Musik offenherziger Rede'

  • Finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    Dauer: 3 Jahre
    Beginn: 16.07.2017 (Beurlaubung für Vertretungen vom 1.1.2019 und vom 11.10.2020 für jeweils 6 Monate)
    Projektleiter: Dr. Franz Xaver Erhard

Das Forschungsvorhaben untersucht das Aufkommen und die Entwicklung tibetischer säkularer Lebensbeschreibungen im 18. Jahrhundert. Tibetische Biografien und Autobiografien als vorwiegend religiöses Genre folgten weitgehend indischen Vorbildern. Die Säkularisierung des Genres im 18. Jahrhundert ging einher mit tiefgreifenden sozialen und politischen Umwälzungen der tibetischen Gesellschaft und Kultur sowie der sich anbahnenden Moderne. Die umfassende philologische Studie wird die vom tibetischen Kabinettminister und Intellektuellen Tenzin Paljor (1760- ca.1808) verfasste Autobiografie "Dga' bzhi ba'i mi rabs kyi byung ba brjod pa zol med gtam gyi rol mo [Geschichte der Gabzhi Familie: Eine Musik offenherziger Rede" erstmalig in ihrer Gesamtheit analysieren. Der Vergleich des autobiografischen Texts mit herausragenden früheren und zeitgenössischen Beispielen tibetischer Lebensbeschreibungen wird aufzeigen, wie soziale und literarische Konventionen das biografische Genre formten. Des Weiteren werden die politischen und sozialen Entwicklungen diskutiert, die den Wandel von einem ausschließlich religiösen Genre, dominiert von Hagiografien, hin zu säkularen Lebensbeschreibungen stimuliert haben. Das Forschungsprojekt wird damit nicht nur einen Beitrag zum tieferen Verständnis der Gesellschaft Tibets im 18. Jahrhundert leisten, sondern insbesondere auch zur Geschichte der tibetischen Lebensbeschreibung in der frühen Neuzeit.

Projektleiter

Dr. Franz Xaver Erhard

Dr. Franz Xaver Erhard

Wiss. Mitarbeiter

Ritterstraße 12, Raum 510
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37120
Telefax: +49 341 97-37148

Sprechzeiten
Mittwoch 17:00 - 18:00 Uhr
Schillerstraße 6, Raum S-102
Bitte vorher per E-Mail anmelden!
(Im Wintersemester Elternzeitvertretung für Prof. Berthe Jansen.)

Malerei mit Darstellung von Höllenszenen aus Höhle 199 der buddhistischen Felshöhlen von Kizil, China, 2010, Foto: © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Jürgen Liepe
Malerei aus Höhle 199 der buddhistischen Felshöhlen von Kizil, China, 2010, Foto: © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst / Jürgen Liepe

Wissenschaftliche Bearbeitung der buddhistischen Höhlenmalereien in der Kuča-Region der nördlichen Seidenstraße

In den buddhistischen Höhlenanlagen der an der Nördlichen Seidenstraße gelegenen Kuča-Region (Uigurisches Autonomes Gebiet Xinjiang, VR China) finden sich beeindruckende Wandmalereien aus dem ca. 5. bis 10. Jahrhundert. Diese werden nun erstmalig komplett erschlossen, dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Mitarbeiter des Forschungsvorhabens der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig erfassen sämtliche Malereien dieser Region wissenschaftlich kommentiert in einem datenbankgestützten Informationssystem. Hinzugezogen werden dafür auch Fragmente, die in Museen und Sammlungen weltweit aufbewahrt werden, sowie Malereien, die nur noch fotografisch, zeichnerisch oder in Beschreibungen erhalten sind. Ziel ist es, die Bildprogramme sowie die Darstellungsinhalte der Malereien, ihre literarische Basis und ggf. die Zugehörigkeit zu buddhistischen Schulen zu dokumentieren und kulturgeschichtlich auszuwerten. Dabei werden auch die Einflüsse von bildlichen Traditionen aus Indien, Iran, der klassischen Antike und China untersucht.
Mit diesem Projekt wird an der Akademie in Leipzig – in Kooperation mit Wissenschaftlern in verschiedenen europäischen Ländern, China, Japan und den USA – das weltweit größte Zentrum für die Erforschung der Kuča-Malereien aufgebaut. Erstmalig können buddhistische Höhlenmalereien in ihrer Gesamtheit für die religions-, kunst- und kulturwissenschaftliche Erforschung des Buddhismus und dessen Verbreitung nach Ostasien zugänglich gemacht werden.

Dieses Forschungsvorhaben ist Teil im Akademienprogramm, das als derzeit größtes geistes- und kulturwissenschaftliches Langfrist-Forschungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland von Bund und Ländern getragen wird. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Website bei der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.

Leitung des Projekts

Prof. Dr. Eliahu Franco

Prof. Dr. Eliahu Franco

Projektleiter

Indologie
Institutsgebäude
Schillerstraße 6, Raum S-107
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37121
Telefax: +49 341 97-37148

Prof. Dr. Monika Zin

Prof. Dr. Monika Zin

Arbeitsgruppenleiterin Kuča-Projekt

Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Internes PF: 813212
04801 Leipzig

Telefon +49 341 9737-820

Mañjughoṣa Translation Project

Unter dem Titel “Mañjughoṣa Translation Project Leipzig” ist es Mitarbeitern des Instituts gelungen, ein erstes Übersetzungsstipendium der 84000: Translating the Words of the Buddha-Initiative zum Āryākṣayamatiparipṛcchānāmamahāyānasūtra (’Phags pa Blo gros mi zad pas zhus pa zhes bya ba theg pa chen po’i mdo, Tôh. no. 89) einzuwerben. 84000: Translating the Words of the Buddha ist eine international tätige gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, den tibetisch-buddhistischen Kanon in seiner Gesamtheit in westliche Sprachen zu übersetzen. Am Projekt beteiligte Mitarbeiter sind unter anderem Dr. Rolf Scheuermann (FAU Erlangen-Nürnberg -Projektleitung), Prof. Dr. Per Kjeld Sørensen (Prof. em. Universität Leipzig) und Stefan Schley, M. A.. (Leipzig). Weitere beteiligte Personen: Dr. Lewis Doney (British Museum) und Tashi Bhutia (Karmapa International Buddhist Institute, New Delhi).

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