Veranstaltungsreihen bieten die Möglichkeit, übergreifende Themen und Arbeitsfelder im Laufe eines Semesters mit ganz unterschiedlichen Perspektiven und Formaten zu beleuchten, in jeweils besonderen Wechselverhältnissen von Theorie und Praxis.
Im Folgenden finden Sie Informationen zu aktuellen wie auch zu vergangenen Veranstaltungsreihen am Institut.

Mittwochs-Lounge:

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende, liebe Freundinnen, Freunde und Interessierte,

wir laden Sie herzlich ein zur kooperativen Gesprächsveranstaltung des Schauspiel Leipzig und des Centre of Competence for Theatre (CCT) mit der derzeitigen Bertolt Brecht Gastprofessorin der Stadt Leipzig, Marta Górnicka:

Chorarbeit im Theater und darüber hinaus
  
am Mittwoch, 22. Juni 2022, um 18 Uhr, in der Residenz des Schauspiel Leipzig,
Baumwollspinnerei, Halle 18, Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig.

Die Regisseurin Marta Górnicka zeigt Videoausschnitte ihrer Arbeiten und spricht darüber mit Ulrike Haß, Prof. em. für Theaterwissenschaft, Bochum,
und Patrick Primavesi, Prof. für Theaterwissenschaft, Geschäftsführender Direktor des Leipziger Instituts für Theaterwissenschaft und Stellvertretender Direktor des CCT.

Eintritt frei

 
Marta Górnicka ist eine der profiliertesten europäischen Regisseur:innen für die zeitgenössische Theaterarbeit mit Chören. Ihre besondere Verknüpfung von politischem Engagement und künstlerischer Arbeit ist gerade darin von Brecht inspiriert, auch einander widerstreitende Stimmen zu Gehör zu bringen und das Publikum mit der Frage seiner/ihrer eigenen Position zu konfrontieren. Seit 2019 leitet sie am Maxim Gorki Theater das POLITICAL VOICE INSTITUTE, ein Workshop-Zentrum für die Erarbeitung kollektiver Stimmen, Körper und Sprachen des/der Unterdrückten und Verdrängten.
 
Nach ihrem Regiestudium in Warschau gründete Górnicka dort 2009 den Chorus of Women, mit dem sie die Stücke Magnificat und Requiemachine erarbeitete und bei internationalen Festspielen zeigen konnte. Nach den Chorproduktionen M(other) Courage (2016), Hymne an die Liebe (2017) und Jedem das Seine. Ein Manifest über Neofaschismus und Backlashs gegen den weiblichen Körper (2018) experimentierte sie auch mit der chorischen Artikulation von Gesetzestexten im öffentlichen Raum, u.a. bei der Performance Grundgesetz vor dem Brandenburger Tor (2018) und vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe (2019). Ihre neue Chorarbeit Still Life (2021) reflektiert die Auswirkungen und Grenzen des sogenannten Anthropozäns.

time to sync or swim_Ausstellungsansicht Lingen, Foto: Heiko Karn

HERZLICHE EINLADUNG

zu

REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES

#10 identopologies

Eske Schlüters & Jana Seehusen

zum raum-akustischen Setting time to sync or swim

Screening & Polylog

 

Mittwoch, 6.7.2022 | 18 Uhr

Institut für Theaterwissenschaft | Leipzig

 

Unter dem Titel identopologies stellen die Künstlerinnen und Autorinnen Eske Schlüters und Jana Seehusen die Arbeit time to sync or swim von Katrin Mayer und Eske Schlüters (2016/17) vor. Neben Virginia Woolfs fiktionaler (Auto-)Biographie Orlando spielen darin auch sogenannte Otherkins eine tragende Rolle, Menschen, die ihre Identität bis ins Nicht-Menschliche, Dingliche, Tierhafte und sogar darüber hinaus denken. Das raum-akustische Setting time to sync or swim nimmt diese verschiedenen Identitätskonzepte auf und spielt sie wie auf einer Probebühne durch. Nach der Präsentation einer filmischen, künstlerisch bearbeiteten Dokumentation der Arbeit widmen sich Schlüters und Seehusen den darin wahrnehmbaren Praktiken zur narrativen und performativen Konstruktion von (eigenen, ‚anderen‘ oder auch noch unvertrauten) Identitäten.

ARTISTS | ESKE SCHLÜTERS ist Künstlerin. Sie interessiert sich für die Bedingungen von Bildern und Erzählungen. In ihren zumeist aus found footage montierten Videoarbeiten verwebt sie unterschiedliche Perspektiven zu nicht-linearen Erzählungen mit verschiedenen Themenschwerpunkten, die erahnen lassen, dass die Geschichte nie abgeschlossen sein wird. Zusammen mit Katrin Mayer entwickelte sie für die Kunsthalle Lingen das akustisch-räumliche Setting „time to sync or swim“ (2016/2017). | JANA SEEHUSEN, Künstlerin und Autorin, arbeitet zu Sprach- und Handlungsweisen des Zwischen, des Dritten und der Verschiebung sowie kulturkritischen Fragestellungen von Un\Sichtbarkeit, Identitätspolitiken und Experimenteller Filmkunst. Mit Fragen nach Praktiken und Figuren feministischer und antirassistischer Kritik, die zwischen Alltag, Popkultur und Diskurs zirkulieren, forscht sie derzeit mit und zu intersubjektiven Denk- und Schnittfiguren (im Feld) künstlerischer Forschung.

ABOUT | Die Forschungsreihe REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES widmet sich seit dem Sommersemester 2018 der Beforschung von Fremdheit(en) und Fremdheitserfahrungen. Ausgehend von einer theaterwissenschaftlichen Perspektive sollen Blickwinkel und Ausrichtung der Reihe aber nicht auf diese beschränkt sein. Als durativ angelegtes Forschungsprojekt will es der Beweglichkeit und Kontextgebundenheit des eigenen Gegenstandes in ebenso beweglichen Formaten mit verschiedenen Gästen an unterschiedlichen Orten begegnen.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Netzwerks Kritische und weltoffene Universität.

Weitere Informationen | reihenweisefremdstrangeinseries.wordpress.com/2022/06/03/10-identopologies-screening-polylog/


 

REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES wird konzipiert und durchgeführt vom Team der Juniorprofessur für Theaterwissenschaft und gefördert von: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

               

time to sync or swim, Ausstellungsansicht Hohenlockstedt, Foto: Heiko Karn

Konzept oder: Was wir wollen

Das Fremde ist scheinbar überall: politischer Kampfbegriff, kulturwissenschaftlicher Diskurs, Schlagzeile, Tresengespräch. Doch statt sich in diese Allgegenwärtigkeit einzureihen und erneut die Frage zu stellen, was das Fremde ist, sucht die Forschungsreihe REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES das konkrete Erleben und Teilen von Fremdheitserfahrungen. Dieser oft emotional aufgeladene Themen- und Erfahrungskomplex in all seiner Fragilität und Flüchtigkeit wird Gegenstand einer groß angelegten, disziplinenübergreifenden (Be)Forschung.

Konzipiert und in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kooperationspartner:innen durchgeführt durch das Team der Juniorprofessur für Theaterwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig, liegt der Fokus der Forschungsreihe auf einem transkulturellen Ansatz. Dieser versteht Fremdheit als Begriff, welcher sich durch seine sprachliche, performative und historische Beweglichkeit jedem Versuch der Zu- und Festschreibung, Aneignung und Übernahme sowie einem vermeintlichen Verständnisvollzug entzieht. Im Gegenteil begreift er Fremdheit als kontextabhängige Variable, die immer wieder neu und immer wieder anders als ungreifbare Andersheit die eigene Perspektive hinterfragt und neu in Beziehung zu setzen herausfordert.

REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES lässt sich damit sowohl als duratives Forschungsprojekt als auch als transkulturelle Versuchsreihe begreifen, die den eigenen Forschungsgegenstand mit jedem (neuen) Ansatz und jedem (neuen) Format wie auch mit den beteiligten Forscher:innen und allen Teilnehmenden neu verhandelt.

In Kooperation mit Gästen unterschiedlicher Hintergründe versucht REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES, im Feld der Fremdheitsforschung inhaltlich, methodisch und formal bislang ungewohnte Wege einzuschlagen. Ziel der Reihe ist es, verschiedene Methoden der Fremdheitsforschung zu sammeln, gegenüber und ins Verhältnis zu setzen, miteinander zu verbinden, aber auch neu zu entwickeln und diese sowohl für weitere Forschungszweige als auch eine breitere Öffentlichkeit nutzbar zu machen.

Blog

Gefördert von:

  • Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

 

REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES Forschungsreihe der Juniorprofessur Theaterwissenschaft

Die Forschungsreihe REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES wird vom Team der Juniorprofessur Theaterwissenschaft konzipiert und durchgeführt. Seit dem Sommersemester 2018 widmet sie sich der Beforschung von Fremdheit(en) und Fremdheitserfahrungen. Ausgehend von einer theaterwissenschaftlichen Perspektive sollen Blickwinkel und Ausrichtung der Forschungsreihe aber nicht auf diese beschränkt sein.

Mit jeder und jedem Eingeladenen, die aus verschiedenen künstlerischen und wissenschaftlichen, theoretischen wie praktischen Disziplinen, Genres, Forschungs- und Wissensfeldern stammen, soll der Fächer an Methoden, Zugängen, Perspektiven, Instrumenten und Tools erweitert werden, der einer gegenwärtigen und dringend notwendigen Fremdheitsforschung dienlich sein könnte. Die Vermittlung auch außerhalb akademischer Kontexte in die Gesellschaft hinein soll beispielsweise durch die Suche nach öffentlichen Veranstaltungsorten unter Maßgabe sozio-kultureller Barrierefreiheit gelingen.

Hinzu kommt ein maßgeblicher Einbezug von Studierenden, den unter anderem eine carte blanche gewährleistet, durch die pro Semester mindestens ein Gast durch den Forschungsnachwuchs ausgewählt wird.

Filmszene zwei kleine Roboter spielen Fußball
Screenshot aus dem Film "Autonome Artefakte", Foto: Johannes Kohout und Janek Totaro

Bisherige Gäste und Termine

#0 Pressekonferenz zum Auftakt der Forschungsreihe
26.6.2018 | 11:15 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#1 Bridge Markland (Drag-Performerin, Berlin)
4.7.2018 | 19 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#2 Helena Waldmann (Tanzregisseurin, Berlin)
22.11.2018 | 19 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#3 Arne Vogelgesang & Marina Miller Dessau (internil Verein zur Untersuchung sozialer Komposition, Berlin)
5.12.2018 | 17 Uhr | Institut für Kunstpädagogik | Geschwister-Scholl-Haus | Ritterstr. 8-10 | Leipzig

#4 Dance|ing Stage|ing Age|ing | Danced Lecture & Gespräch
Susanne Martin & Miriam Haller | 9.5.2019 | 19 Uhr | Probebühne des ITW | Spinnereistr. 7 | Halle 18 Aufgang E | Leipzig

#5 In fremden Stimmen | Pressekonferenz und Zwischenspiel
10.7.2019 | 11.15 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#6 Brand und Rede | Eine Auseinandersetzung mit Marina Miller Dessau & Arne Vogelgesang
25.10.2019 | 19 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#7 Autonome Artefakte |Screening & Gespräch AKINEMA | Göttingen
25.11.2020 | 19.00 Uhr 

#8 Buchvorstellung: Gestische Forschung. Praktiken und Perspektiven
27.01.2021 | 17.00 Uhr

#9+ MOBILE ALBANIA…please hold the line, workshop und Vortrag 11.11.-13.11.2021

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