Veranstaltungsreihen bieten die Möglichkeit, übergreifende Themen und Arbeitsfelder im Laufe eines Semesters mit ganz unterschiedlichen Perspektiven und Formaten zu beleuchten, in jeweils besonderen Wechselverhältnissen von Theorie und Praxis.
Im Folgenden finden Sie Informationen zu aktuellen wie auch zu vergangenen Veranstaltungsreihen am Institut.

Mittwochs-Lounge:

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Ines Johnson-Spain als Kind (2.v.re.) mit ihrer Familie Gundermann bei einem Ausflug © ZDF/​Dr. Armin Gundermann
Ines Johnson-Spain als Kind (2.v.re.) mit ihrer Familie Gundermann bei einem Ausflug © ZDF/​Dr. Armin Gundermann

HERZLICHE EINLADUNG

zu

REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES

#11 Becoming Black

Film und Gespräch mit der Regisseurin Ines Johnson-Spain

 

Donnerstag, 01.12.2022 | 17:15 Uhr | Film

Montag, 05.12.2022 | 15:15 Uhr | Gespräch

 

Großer Seminarraum | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstraße 16, 04109 Leipzig

 

»In einem Land, in dem jede Abweichung von der Norm als existenzielle Bedrohung angesehen wurde, muss die Geburt eines schwarzen Kindes ein Politikum gewesen sein.« –Ines Johnson-Spain

Ein weißes Ehepaar in der DDR der 60er-Jahre erzählt seiner schwarzen Tochter, dass ihre Hautfarbe Zufall sei. Erst als Jugendliche entdeckt sie zufällig die Wahrheit. Viele Jahre zuvor kommt eine Gruppe Afrikaner:innen zum Studium in die DDR. Sigrid aus Leipzig und Lucien aus Togo verlieben sich. Aber Sigrid ist verheiratet und hat einen Sohn. Als sie von Lucien schwanger wird, zerbricht die Familie zunächst. Doch später wagen sie einen Neustart. Die erstaunlichen Strategien, die das Ehepaar nach der Geburt des schwarzen Kindes im Ringen um „Normalität“ entwickelt, verfolgt der Film aus der Sicht des heute längst erwachsenen Kindes, der Regisseurin Ines Johnson-Spain. BECOMING BLACK ist das intime Porträt einer schwierigen Kindheit in einer Kultur des Schweigens und der Verleugnung. Der Film verdeutlicht, was passiert, wenn das Nichtpassende in einem normierten Umfeld plötzlich sichtbar wird. Auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater bricht die Regisseurin auch zu einer Reise nach Afrika auf, wo sie ihre große togolesische Familie kennenlernt. So entwickelt sich der Film zu einer Reflexion über Zugehörigkeit, soziale Normen, Familienkonzepte und systemischen Rassismus.

 

Konzept oder: Was wir wollen

Das Fremde ist scheinbar überall: politischer Kampfbegriff, kulturwissenschaftlicher Diskurs, Schlagzeile, Tresengespräch. Doch statt sich in diese Allgegenwärtigkeit einzureihen und erneut die Frage zu stellen, was das Fremde ist, sucht die Forschungsreihe REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES das konkrete Erleben und Teilen von Fremdheitserfahrungen. Dieser oft emotional aufgeladene Themen- und Erfahrungskomplex in all seiner Fragilität und Flüchtigkeit wird Gegenstand einer groß angelegten, disziplinenübergreifenden (Be)Forschung.

Konzipiert und in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kooperationspartner:innen durchgeführt durch das Team der Juniorprofessur für Theaterwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig, liegt der Fokus der Forschungsreihe auf einem transkulturellen Ansatz. Dieser versteht Fremdheit als Begriff, welcher sich durch seine sprachliche, performative und historische Beweglichkeit jedem Versuch der Zu- und Festschreibung, Aneignung und Übernahme sowie einem vermeintlichen Verständnisvollzug entzieht. Im Gegenteil begreift er Fremdheit als kontextabhängige Variable, die immer wieder neu und immer wieder anders als ungreifbare Andersheit die eigene Perspektive hinterfragt und neu in Beziehung zu setzen herausfordert.

REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES lässt sich damit sowohl als duratives Forschungsprojekt als auch als transkulturelle Versuchsreihe begreifen, die den eigenen Forschungsgegenstand mit jedem (neuen) Ansatz und jedem (neuen) Format wie auch mit den beteiligten Forscher:innen und allen Teilnehmenden neu verhandelt.

In Kooperation mit Gästen unterschiedlicher Hintergründe versucht REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES, im Feld der Fremdheitsforschung inhaltlich, methodisch und formal bislang ungewohnte Wege einzuschlagen. Ziel der Reihe ist es, verschiedene Methoden der Fremdheitsforschung zu sammeln, gegenüber und ins Verhältnis zu setzen, miteinander zu verbinden, aber auch neu zu entwickeln und diese sowohl für weitere Forschungszweige als auch eine breitere Öffentlichkeit nutzbar zu machen.

Blog

Gefördert von:

  • Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

 

REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES Forschungsreihe der Juniorprofessur Theaterwissenschaft

Die Forschungsreihe REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES wird vom Team der Juniorprofessur Theaterwissenschaft konzipiert und durchgeführt. Seit dem Sommersemester 2018 widmet sie sich der Beforschung von Fremdheit(en) und Fremdheitserfahrungen. Ausgehend von einer theaterwissenschaftlichen Perspektive sollen Blickwinkel und Ausrichtung der Forschungsreihe aber nicht auf diese beschränkt sein.

Mit jeder und jedem Eingeladenen, die aus verschiedenen künstlerischen und wissenschaftlichen, theoretischen wie praktischen Disziplinen, Genres, Forschungs- und Wissensfeldern stammen, soll der Fächer an Methoden, Zugängen, Perspektiven, Instrumenten und Tools erweitert werden, der einer gegenwärtigen und dringend notwendigen Fremdheitsforschung dienlich sein könnte. Die Vermittlung auch außerhalb akademischer Kontexte in die Gesellschaft hinein soll beispielsweise durch die Suche nach öffentlichen Veranstaltungsorten unter Maßgabe sozio-kultureller Barrierefreiheit gelingen.

Hinzu kommt ein maßgeblicher Einbezug von Studierenden, den unter anderem eine carte blanche gewährleistet, durch die pro Semester mindestens ein Gast durch den Forschungsnachwuchs ausgewählt wird.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Filmszene zwei kleine Roboter spielen Fußball
Screenshot aus dem Film "Autonome Artefakte", Foto: Johannes Kohout und Janek Totaro

Bisherige Gäste und Termine

#0 Pressekonferenz zum Auftakt der Forschungsreihe
26.6.2018 | 11:15 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#1 Bridge Markland (Drag-Performerin, Berlin)
4.7.2018 | 19:00 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#2 Helena Waldmann (Tanzregisseurin, Berlin)
22.11.2018 | 19:00 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#3 Arne Vogelgesang & Marina Miller Dessau (internil Verein zur Untersuchung sozialer Komposition, Berlin)
5.12.2018 | 17:00 Uhr | Institut für Kunstpädagogik | Geschwister-Scholl-Haus | Ritterstr. 8-10 | Leipzig

#4 Dance|ing Stage|ing Age|ing | Danced Lecture & Gespräch
Susanne Martin & Miriam Haller | 9.5.2019 | 19:00 Uhr | Probebühne des ITW | Spinnereistr. 7 | Halle 18 Aufgang E | Leipzig

#5 In fremden Stimmen | Pressekonferenz und Zwischenspiel
10.7.2019 | 11:15 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#6 Brand und Rede | Eine Auseinandersetzung mit Marina Miller Dessau & Arne Vogelgesang
25.10.2019 | 19:00 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#7 Autonome Artefakte |Screening & Gespräch AKINEMA | Göttingen
25.11.2020 | 19:00 Uhr 

#8 Buchvorstellung: Gestische Forschung. Praktiken und Perspektiven
27.01.2021 | 17:00 Uhr

#9+ MOBILE ALBANIA…please hold the line, workshop und Vortrag 11.11.-13.11.2021

#10 Eske Schlüters & Jana Seehusen zum raum-akustischen Setting time to sync or swim. Screening & Polylog
06.07.2022 | 18:00 Uhr

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