In Kooperation mit dem Institut für Theaterwissenschaft und der Universitätsbibliothek Leipzig setzt sich der Verein Tanzarchiv Leipzig e.V. für die Erforschung und Sichtbarmachung der Sammlungsbestände des Tanzarchivs ein. Mit Publikationen, Ausstellungen und künstlerischen Projekten zielt die Arbeit des Vereins insbesondere auf die öffentliche Vermittlung der Bestände und ihrer Bedeutung in unterschiedlichen Kontexten.
Anträge auf Mitgliedschaft im Verein können jederzeit gestellt werden und sind grundsätzlich willkommen!

Projekte

"Tanz digital"

Koordiniert vom Dachverband Tanz Deutschland und dem Verbund deutscher Tanzarchive (VDT) soll das Projekt Tanz digital die in der Corona-Krise extrem eingeschränkte Wahrnehmbarkeit von Tanz verbessern. Gefördert werden dabei vor allem die Auseinandersetzung mit medialen und digitalen Präsentationsformen, die Entwicklung innovativer choreografischer/künstlerischer Ansätze und die Erprobung neuer Produktionsformate z.B. mit Bodycams, 3D- und 360°-Aufnahmetechniken, VR- und AR-Anwendungen, Streaming- und Video-on-Demand-Produktionen sowie Formate für soziale Netzwerke und Gaming.

Die im Rahmen dieses Projekts entstehenden digitalen Präsentationen von Tanz sollen auf einer neuen Plattform zugänglich gemacht und mit Kontexten verknüpft werden. Die jeweiligen Produktionszusammenhänge ebenso wie die Entwicklung des modernen und zeitgenössischen Tanzes können die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Tanz- und Mediengeschichte deutlich machen. Dafür sollen auch Medien und Dokumente aus den Archiven integriert werden, die im VDT kooperieren (Archiv Darstellende Kunst der Akademie der Künste, Deutsches Tanzarchiv Köln, Deutsches Tanzfilminstitut Bremen, Mime Centrum Berlin, Tanzarchiv Leipzig) und auch die redaktionellen und rechtlichen Grundlagen für die öffentliche Präsentation des Materials schaffen werden.

Das Tanzarchiv Leipzig e.V. übernimmt die redaktionelle Betreuung sowie die wissenschaftlich-thematische Konzeption der Plattform-Inhalte. Über einige Lehrveranstaltungen am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig können die Studierenden im Sommersemester 2021 direkt an dem Projekt teilhaben (insbesondere durch die Vorlesung Prof. Dr. Patrick Primavesi: Tanz digital – Wechselverhältnisse zwischen Tanz- und Mediengeschichte, und die darauf bezogene Schreibwerkstatt bei Dr. Melanie Gruß).

Mehr Erfahren

Geschichte

  • Gegründet wurde das Tanzarchiv 1957 von Dr. Kurt Petermann am Zentralhaus für Kultur zur Dokumentation und Förderung der Volkstanzpraxis. Es erweiterte sich schrittweise zu einer Dokumentations- und Forschungsstelle für alle Bereiche von Tanz und Bewegungskultur.
  • 1975 wurde die Einrichtung als Tanzarchiv der DDR zu einer Außenstelle der Akademie der Künste (Ost).
  • Nach dem Ende der DDR verpflichtete sich der Freistaat Sachsen (im Staatsvertrag über die Auflösung der Akademie der Künste der DDR), das Tanzarchiv Leipzig zur gemeinsamen Nutzung durch die Universität Leipzig und die Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy weiterzuführen. Dazu wurde es 1993 in die Trägerschaft des Vereins Tanzarchiv Leipzig e.V. übergeben.
  • Die Finanzierung des Vereins durch den Freistaat Sachsen endete 2011 mit der Überführung der Sammlungsbestände an die Universitätsbibliothek Leipzig. Dort werden die Bestände seither als Teil der Sondersammlungen für die allgemeine Nutzung zugänglich aufbewahrt.
Eine Vitrine mit Ausstellungsstücken aus dem Tanzarchiv
Zeichnung von Rudolf von Laban mit Tänzern in Kostümen
Aufgereihte Masken von Jean Weidt
Filmrolle und Beschriftungszettel auf einem Tisch
Kurt Petermann sitzt in einem Sessel und blättert in einem Buch
Eine Gruppe männlicher Tänzer mit Helmen und Werkzeugen
Tänzer mit Masken auf einer Bühne

Die Bestände des Tanzarchivs

Die Sammlungen umfassen neben umfangreichen Buch- und Zeitschriftenbeständen zahlreiche Fotografien, Filme, Videobänder, DVDs und Tonträger, außerdem eine große Programmheft- und Plakatsammlung sowie einzelne Nachlässe und Vorlässe.
Zu den international viel gefragten personenbezogenen Sammlungen zählen unter anderem:

  • der Nachlass des Tanzrevolutionärs Rudolf von Laban
  • Teilsammlungen zu Mary Wigman und Gret Palucca
  • Fotos und Masken des „roten“ Tänzers und Choreografen Jean Weidt
  • die Nachlässe der Tanzpädagoginnen Jenny Gertz und Ilse Loesch
  • der Nachlass des Choreo­grafen Uwe Scholz

Zugang zu den Beständen

Die Buch- und Zeitschriftenbestände finden Sie über den Online-Katalog (OPAC) der Universitätsbibliothek Leipzig.

Die Archivbestände recherchieren Sie über die Archivdatenbank Kalliope. Nach Bestellung und Voranmeldung per E-Mail können Sie die Archivbestände im Forschungslesesaal der Albertina einsehen.

Die Geschäftsstelle des Vereins mit einer umfangreichen Handbibliothek befindet sich in der Strohsackpassage (Nikolaistraße 6 – 10, 4. OG).

Das könnte Sie auch interessieren

Centre of Competence for Theatre

mehr erfahren

Forschungs­kooperationen

mehr erfahren

Kooperationen Theaterpraxis

mehr erfahren