Die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte ist eine traditionelle geschichtswissenschaftliche Disziplin, die die materiellen Bedingungen menschlichen Handelns untersucht. Die Leipziger Professur vertritt das Fach in Forschung und Lehre in seiner ganzen thematischen und periodischen Breite, das heißt: von der Antike bis in die Moderne, prinzipiell auf allen Erdteilen, aber mit Schwerpunkt auf Europa in der vorindustriellen Zeit.

Informationen zum SoSe 2021

Professor Denzel wird auch das Sommersemester 2021 am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald verbringen und deshalb keine Lehrveranstaltungen in Leipzig anbieten. Die Professur wird deshalb in diesem Semester von Frau PD Dr. Mechthild Isenmann vertreten. Aufgrund der anhaltenden Infektionsgefahr werden weiterhin alle Veranstaltungen und Prüfungen in digitaler Form stattfinden. Sollte Präsenzunterricht im Laufe des Semesters möglich werden, informieren wir Sie rechtzeitig darüber.  

Aktuelles

Wir freuen uns, Ihnen nunmehr die Prüfungstermine für das Sommersemester 2021 an der Professur für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte mitteilen zu können. Im Bachelormodul (mit der Vorlesungsreihe von Frau PD Dr. Isenmann) findet die Erstprüfung am 30. Juli, die Nachprüfung am 6. September statt. Im Mastermodul (mit der Vorlesung von Herrn Dr. Urban) findet die Erstprüfung bereits am 26. Juli, die Nachprüfung ebenfalls am 6. September statt. Alle weiteren Informationen zu Zeit, Inhalt und Ablauf werden Ihnen über den entsprechenden Moodle-Kurs mitgeteilt. 

 

Am 07.01.2021 nahm Norbert Spannenberger im Beisein von Prof.Dr. Markus A. Denzel die Urkunde über die Bestellung zum Außerplanmäßigen Professor und die Verleihung des Professortitels entgegen. Die Professur für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte gratuliert ihm dazu recht herzlich. 

Studium und Lehre

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht aller Lehrveranstaltungen, die im Sommersemester 2021 von der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte angeboten werden. Bitte beachten Sie dabei, dass Professor Denzel aufgrund eines Forschungsaufenthaltes am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald keine Vorlesungen hält. Seine Professur wird in dieser Zeit von Frau PD Dr. Mechthild Isenmann vertreten. Um der anhaltenden Infektionsgefahr durch COVID-19 zu begegnen, wird unser Team auch im Sommersemester 2021 zunächst alle Veranstaltungen ausschließlich in digitaler Form anbieten. Bitte überprüfen Sie deshalb regelmäßig Ihr Unimail-Postfach und kontaktieren Sie bei Fragen gern das Hilfskraftteam. Auch die Prüfungsleistungen werden nach jetzigem Stand am Ende des Semesters als e-Klausuren abgehalten.

Einen Link zum Alfried Krupp Wissenschaftskolleg finden Sie hier

Das Modul ist für alle Geschichtsstudierenden im Bachelor sowie für den Wahlbereich geöffnet. Es besteht aus insgesamt sechs SWS: einer Vorlesung zur Stadtgeschichte in Mittelalter und Früher Neuzeit (Isenmann), einem begleitenden Lektüreseminar (Isenmann) sowie einem Wahlseminar. Hierbei haben Sie die Auswahl zwischen einem Seminar zur frühneuzeitlichen Migrations- und Integrationsgeschichte (Spannenberger) und einem Seminar zur Unternehmens- und Familiengeschichte (Lang). Die Prüfungsleistung ist eine Klausur und wird nach jetzigem Stand digital am Ende des Semesters stattfinden. 

Vorlesung: Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt in Mittelalter und Früher Neuzeit

Dozentin: PD Dr. Mechthild Isenmann
Zeit: Freitag, 11.15-12.45 Uhr

Pflichtseminar: Ausgewählte Quellen zur städtischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte: Markt- und Gewerbeordnungen, Zunftordnungen, Kleider- und Luxusordnungen in der Stadt

Dozentin: PD Dr. Mechthild Isenmann
Zeit: Freitag, 13.15-14.45 Uhr 

Wahlseminar: Migration und Integration in Europa 17.-19. Jh.

Dozent: Prof. Dr. Norbert Spannenberger
Zeit: Blockseminar am 29.04., 20.05. und 17.06. (jeweils von 9.00-15.00 Uhr)

Wahlseminar: Unternehmens- und Familiengeschichte in der Frühen Neuzeit

Dozent: PD Dr. Heinrich Lang
Zeit: Freitag, 15.15-16.45 Uhr

Alle weiteren Informationen finden Sie sowohl im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis des Historischen Seminars als auch im Almaweb der Universität Leipzig.

Das Modul steht allen Geschichtsstudierenden im Master sowie fortgeschrittenen Lehramtsstudierenden offen. Es setzt sich aus insgesamt 4 SWS zusammen: einer Vorlesung zu weltwirtschaftlichen Verflechtungsprozessen im 19. und 20. Jahrhundert (Urban) sowie einem zugehörigen Seminar zur Geschichte der deutschen Braunkohlewirtschaft (Urban). Die Prüfungsleistung ist eine Klausur, die nach jetzigem Stand digital am Ende des Semesters stattfinden wird. 

Vorlesung: Weltwirtschaftliche Verflechtungsprozesse auf dem Weg der Globalisierung vom 19. bis ins 21. Jahrhundert

Dozent: Dr. Thomas Urban
Zeit: Montag, 11.15-12.45 Uhr 

Seminar: „Torfgräberei“, Leitsektor, Auslaufmodell – Die Geschichte der deutschen Braunkohlenwirtschaft vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Dozent: Dr. Thomas Urban
Zeit: Blockveranstaltungen am Mi. 2.6.2021, 17.15-18.15 Uhr (Vorbesprechung); Do. 17.6.2021, 15.15-19.45 Uhr; Fr. 18.6.2021, 13.15-18.45 Uhr; Do. 24.6.2021, 15.15-19.45 Uhr; Fr. 25.6.2021, 13.15-18.45 Uhr; Do. 8.7.2021, 15.15-19.45 Uhr; Fr. 9.7.2021, 13.15-18.45 Uhr

Alle weiteren Informationen finden Sie sowohl im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis des Historischen Seminars als auch im Almaweb der Uni Leipzig. 

Publikationsübersicht

  • Heinrich Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis - Die Florentiner Salviati und die Augsburger Welser auf den Märkten in Lyon (1507–1559)

    Im frühen 16. Jahrhundert zählten die europaweit agierenden Florentiner Salviati und Augsburger Welser zu den bedeutendsten Handels- und Bankhäusern. Heinrich Lang stellt nicht nur deren Unternehmensgeschichten dar, sondern charakterisiert auch die engmaschig verwobenen und langfristig entwickelten Formen der Kooperation zwischen den beiden Unternehmungen.
    Grundlage der Untersuchung bilden vorwiegend die in Archiven der Toskana überlieferten Handelsakten von Florentiner Kaufmannbankiers; Lang interpretiert dabei deren Buchführung ausgehend von einem praxeologischen Ansatz. Sowohl die Qualität der archivalischen Überlieferung als auch die handlungstheoretisch motivierte Interpretation der Buchführung machen es erstmals möglich, die Beziehungen zwischen süddeutschen und toskanischen Unternehmen an verschiedenen Messestandorten wie Lyon und Antwerpen näher zu beleuchten – und so der Wirtschaftsgeschichte von um 1500 bis zum Bankrott der französischen Krone 1559 eine bislang ungekannte Tiefenschärfe zu geben.

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  • Mechthild Isenmann: Strategien, Mittel und Wege der inner- und zwischenfamiliären Konfliktlösung oberdeutscher Handelshäuser im 15. und "langen" 16. Jahrhundert
     

    Verwandtschaftlich verbundene Handelsgesellschaften waren eine "zentrale Grundkonstante" und die dominierende Unternehmensform in den oberdeutschen Handelszentren der Frühmoderne des 15. und "langen" 16. Jahrhunderts - vor allem in Nürnberg und Augsburg. Die familiären Strukturen boten auf der einen Seite besondere Chancen in einem engen und auf Vertrauen basierten gemeinsamen ökonomischen Handeln. Auf der anderen Seite bargen sie Risiken, die den unternehmerischen Erfolg, eventuell sogar den Fortbestand der Gesellschaft durch inner- und interfamiliäre Konflikte bedrohen konnten.
    Mechthild Isenmann analysiert solche Konfliktsituationen sowie mögliche Strategien, Mittel und Wege zu ihrer Prävention oder Bewältigung. Eine professionalisierte Ausbildung, die vertragliche Bindung und vor allem die Kommunikation durch Versammlung und Vermittlung stellen sich dabei als besonders effektive, häufig gewählte und positiv besetzte Maßnahmen heraus. Dabei erweist sich die Relevanz des Themas nicht nur für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, sondern - im interdisziplinären Sinne - auch für die allgemeine Konfliktforschung.

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  • Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (VSWG)
    (seit Januar 2010 Mitherausgeber)
  • Historische Mitteilungen der Ranke-Gesellschaft (HMRG)
    (seit Januar 2010 Mitherausgeber)
  • Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte (BWSG)
    (Hrsg. von Markus A. Denzel, Jürgen Schneider, Philipp Robinson Rössner, Andrea Leonardi, Jürgen Nautz und Margarete Wagner-Braun; ersch. bei Franz Steiner Verlag, Stuttgart)
  • Beiträge zur europäischen Überseegeschichte (BEÜ)
    (Vormals Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte. Im Auftrag der Forschungsstiftung Europäische Überseegeschichte. Hrsg. von Markus A. Denzel, Hermann Joseph Hiery und Eberhart Schmitt; ersch. bei Franz Steiner Verlag, Stuttgart)
  • Studien zur Gewerbe- und Handelsgeschichte der vorindustriellen Zeit (SGHVZ)
    (Vormals Göttinger Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Hrsg. von Karl Heinrich Kaufhold, Markus A. Denzel und Philipp Robinson Rössner; ersch. bei Franz Steiner Verlag, Stuttgart)
  • Jahrbuch für europäische Überseegeschichte
    (Geschäftsführender Herausgeber: Markus A. Denzel; ersch. bei Harrassowitz Verlag, Wiesbaden)
  • Annales Mercaturae
    (Hrsg. von Markus A. Denzel und Mark Häberlein; ersch. bei Franz Steiner Verlag, Stuttgart)
  • Markus A. Denzel: The Marine Insurance at Hamburg, 1736 to 1859, Leiden 2021 (im Druck).
  • Markus A. Denzel / Susanne Schötz (Hgg.): Industrialisierungsprozesse und Industriekultur in Leipzig. Beiträge zum Tag der Stadtgeschichte, 19. und 20. Oktober 2018, Leipzig 2021 (im Druck). 
  • Werner Scheltjens: North Eurasian Trade in n World History, 1660-1860, London 2021 (forthcoming in Perspectives in Economic and Social History).
  • Heinrich Lang: Wirtschaften als kulturelle Form. Die Florentiner Kaufmannbankiers Salviati und die Handelsgesellschaften der Augsburger Welser auf den Märkten des Messestandortes Lyon (1507-1559)(Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beihefte), Stuttgart 2020.
  • Markus A. Denzel: How to Make an Enterprise Resilient: Methodological Questions and Evidence from the Past, in: Martin Endress / Lukas Clemens / Benjamin Rampp (Hgg.): Strategies, Dispositions and Resources of Social Resilience -- A Dialogue between Medieval History and Sociology, Wiesbaden 2020, S. 163-182.
  • Mechthild Isenmann: Geheimwissen – Öffentliches Wissen. Von der Goldenen Schreibstube in die Öffentlichkeit: Die Buchführungstechnik des Matthäus Schwarz (1497–1574), in: ANNALES MERCATURAE, Jahrbuch für internationale Handelsgeschichte, Nr. 5 (2020), S. 135–172.
  • Mechthild Isenmann: Strategien, Mittel und Wege der inner- und zwischenfamiliären Konfliktlösung oberdeutscher Handelshäuser im 15. und ‚langen 16. Jahrhundert' (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beihefte, Band 249), Stuttgart 2020.
  • Werner Scheltjens / Dimitrios Theodoridis / Klas Rönnbäck: Factor endowments and international trade: a study of land embodied in trade on the Baltic Sea region, 1750–1856, in: European Review of Economic History, hez019, doi.org/10.1093/ereh/hez019 (pre-publication, 29 November 2019).
  • Werner Scheltjens: Ports and their functions. Some reflections about preindustrial logistics, in: Giovanni Favero, Michael-W. Serruys, Miki Sugiura (Hgg.): The urban logistic network. Cities, Transport and Distribution in Europe from the Middle Ages to Modern Times, Cham 2019, S. 209-223.
  • Werner Scheltjens: Virtual migration and the search for neutrality in Papenburg, 1772- 1814, in: Michael-W. Serruys (Hrsg.), Proceedings of the Sixth Sound Toll Registers Online Conference, Antwerp, Belgium (22-23 October 2015), Antwerpen 2019, S. 155- 176.
  • Markus A. Denzel (Hrsg.): Europäische Messegeschichte, 9.-19. Jahrhundert. Forschungsstand und Forschungsperspektiven, Köln/Weimar/Wien 2018. 

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