Die Abguss-Sammlung zählt nach hohen Verlusten im Zweiten Weltkrieg immer noch über 800 historische Gipsabgüsse hervorragender griechischer und römischer Skulpturen. Sie gehört damit zu den größten und wertvollsten deutschen Sammlungen ihrer Art.

Die Abguss-Sammlung bringt Abformungen originaler Marmor- und Bronzewerke zusammen, die über die bedeutendsten Museen in aller Welt verstreut sind – hier stehen sie Studierenden und Forschern an einem Ort vereint zum unmittelbaren Vergleich zur Verfügung. Dabei bieten Gipsabgüsse gegenüber Fotografien den Vorteil, dass sie die antiken Bildwerke im Maßstab 1:1 wiedergeben und als dreidimensionale Objekte von allen Seiten erfahrbar machen. Auch Rekonstruktionen und Experimente, die am Original nicht möglich sind, können am Abguss vorgenommen werden:  Unvollständig überlieferte Bildwerke können am Gips ergänzt und in getrennten Museen aufbewahrte Bruchstücke ein und derselben Figur problemlos zusammengeführt werden. Abgüsse können auch farbig gefasst werden, um versuchsweise eine Vorstellung von der verlorengegangen Bemalung antiker Plastik zu gewinnen.

Die Gipsabguss-Sammlung wurde vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und am Beginn des 20. Jahrhunderts von den an der Universität Leipzig tätigen Archäologen zusammengetragen. Im 2. Weltkrieg erlitt die Sammlung große Verluste. Nach der Sprengung des Universitätshauptgebäudes im Jahr 1968 musste die Sammlung jahrzehntelang in einer Notunterbringung ausharren, was zu hohen Verlusten und schweren, teils irreparablen Schäden an den Gipsabgüssen führte. Seit 1999 ist die Sammlung in einem neuen Depot aufgestellt, wo sie zu Lehr- und Forschungsszwecken zugänglich ist. Gelegentliche Neuankäufe von Gipsabgüssen versuchen den Überblick über die antike Plastik zu ergänzen.

Seit 2022 finden regelmäßig auch öffentliche Führungen in der Gipsabguss-Sammlung statt. Schauen Sie vorbei!

Dozent und Studierende stehen vor den Beutezugrelief des Titusbogens.
Seminargruppe in der Gipsabguss-Sammlung vor dem Beutezugrelief des Titusbogens, Foto: Antikenmuseum Leipzig
  • Bis zu ihrer weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gehörte die Gipsabgusssammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig zu den größten und bedeutendsten Sammlungen dieser Art in Deutschland.
  • Der Verlust der Ausstellungsräume durch die Sprengung des Universitätshauptgebäudes im Jahre 1968 und danach jahrzehntelange Notunterbringung führten zu hohen Verlusten und schweren, teils irreparablen Schäden.
  • Anfang 1999 an einem neuen Standort aufgestellt, kann jetzt mit dem Wiederaufbau der Abguss-Sammlung begonnen werden. Für Lehre und Forschung am Institut für Klassische Archäologie sind die historischen Gipsabgüsse von unschätzbarem Wert und eine wichtige Ergänzung zur Originalsammlung des Antikenmuseums.

Abguss-Sammlungen bieten mehrere Vorzüge: An verschiedenen Museen und Orten aufbewahrte Originale stehen Studierenden und Forschern unter einem Dach vereint zum unmittelbaren Vergleich zur Verfügung. Dabei können sie die antiken Bildwerke im Maßstab 1:1  erfassen und als dreidimensionale Objekte von allen Seiten erfahren, was die sonst üblichen Reproduktionsverfahren nicht erlauben. Außerdem bieten nur Abgüsse einen unverfälschten Eindruck der reinen plastischen Form, die an der Oberfläche des Originals infolge von Verwitterung und Alterung optisch verändert erscheint.
Für Rekonstruktionen und Experimente, die sich am Original heute verbieten, eignet sich der Abguss ebenfalls bestens:  Unvollständig überlieferte Bildwerke lassen sich jederzeit korrigierbar ergänzen, in getrennten Museen aufbewahrte Bruckstücke einundderselben Figur problemlos vereinen. Abgüsse können auch farbig gefaßt werden, um versuchsweise eine Vorstellung von der verlorengegangen Bemalung antiker Plastik zu gewinnen.

Abgüsse können und wollen die Originale nicht ersetzen. Als vielseitig einsetzbares Lehr- und Studienmittel waren und sind sie ideal für Stätten der Bildung und Forschung. Auch für das breitere Publikum sind Abgüsse von Interesse: Unter wechselnden thematischen Aspekten gruppiert bieten sie neue Einblicke in die antike Kunst und machen den Betrachter neugierig auf die Originale.

Fotograf:innen zu Gast in der Gipsabguss-Sammlung

In diesem Shooting ging es um die Auferstehung der Göttin, einer vielzitierten Gestalt der griechisch-römischen Mythologie, die Inkarnation der modernen, selbstbewussten Frau in Symbiose mit aktuellen Kollektionen zeitgenössischer Designer. So zumindest die Grundaussage.

Model steht zwischen Gipsabgüssen.
Model posiert an einem Gipsabguss
Model steht vor mehreren Gipsabguss-Reliefs.
Model steht neben einem Gipsabguss des Oberkörpers der Venus von Milo
Nahaufnahme einer männlichen Statue mit einer aufgesetzten Brille
Gipsabguss einer männlichen Statue hält eine Prada-Handtasche

Fotografin: Loreen Hinz www.loreenhinz.com
Model: Wiktoria@TFM Model Mgmt
Styling: Kalle Hildinger@Ballsaal
Haare/Make-up: Anna Luft

»Mit der hier gezeigten Serie wollte ich explizit den Blick auf einen interessanten Ort in Leipzig richten. Die hier porträtierte ehemalige Studentin der Klassischen Archäologie der Universität Leipzig hat lange Zeit in und mit der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums gearbeitet. Mir war es wichtig, dass deutlich wird, wie selbstverständlich sie mit ihrer Umgebung interagiert und sich zwischen den Plastiken bewegt: Die Porträts einer realen, lebenden Person dienen demnach als Kontrast zu den starren Gipsabgüssen.«

Maximilian Teucher, der 1990 in Leipzig geborene Fotograf, lebt und arbeitet in Berlin. Mit der Fotografie als sein Ausdrucksmittel hat er sich vor allem der Portrait- und Reportage-Fotografe verschrieben. Im Zentrum seiner Arbeit steht fortwährend der Mensch. 2019 hat er an der Ostkreuzschule für Fotografie unter Ludwig Rauch seinen Abschluss gemacht und ist seitdem als freier Portrait-, Reportage- und Kunstfotograf tätig.

Weitere Einblicke in unsere Sammlung sowie zur Arbeit des Fotografen finden Sie unter den folgenden Links:

www.maximilianteucher.com
www.instagram.com/maximilianteucher

 

Studentin in der Gipsabguss-Sammlung am Ende eines Ganges gesäumt von Statuen
Nahaufnahme von Gipsabgüssen zweier weiblicher Oberkörper
Teilabguss eines männlichen Unterkörpers der Statuengruppe Toro Farnese
Studentin steht in der Gipsabguss-Sammlung zwischen den Gipsen.
Alte Dia-Aufnahme einer antiken Skulptur wird gegen das Licht gehalten.
Restaurationshandschuhe liegen auf einer Glasvitrine mit Gipsabgüssen antiker Kleinkunst in der Gipsabguss-Sammlung
Gipsabguss einer kleinformatigen Skulpturengruppe gepolstert in einer Box

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