Das Antikenmuseum ist als Lerninstrument in die archäologischen Studiengänge Bachelor "Archäologie und Geschichte des Alten Europa" und Master "Archäologie der Alten Welt" der Universität Leipzig eingebunden.

In der Original- und der Gipsabguss-Sammlung erfahren die Studierenden den unmittelbaren Umgang mit dem Forschungsgegenstand der Klassischen Archäologie. In Seminaren und Übungen lernen sie unmittelbar an Originalobjekten wie den Scherben griechischer Gefäße und an den Gipsabgüssen berühmter antiker Skulpturen und wenden wissenschaftliche Methoden zu deren Einordnung und Interpretation an. Im Rahmen von Lehrveranstaltungen bereiten die Studierenden gemeinsam Ausstellungen oder Führungen im Antikenmuseum vor und üben auf diese Weise, ihr erworbenes Wissen in der musealen Präsentation archäologischer Objekte didaktisch aufzubereiten und zu vermitteln.

Projekte

In der Gipsabguss-Sammlung der Universität Leipzig verändert eine Dauerleihgabe aus dem Museum der Universität Tübingen das Erleben der Räumlichkeiten nachhaltig. Inmitten des Depots für die Aufbewahrung von Reproduktionen antiker Statuen befindet sich nun ein Teilstück der Tomba François, einer etruskischen Grabkammer aus Vulci. Um thematisch verwandte Objekte aus dem eigenen Bestand ergänzt, ist 
das begehbare Teilstück der Öffentlichkeit in Begleitung zugänglich.

Die Ausstellung wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung »Etruskische Grabkunst: Konzeption, Organisation und Realisierung einer Ausstellung« im Sommersemester 2021 mit Leipziger Studierenden der Klassischen Archäologie unter der Leitung von Dr. Hans-Peter Müller vorbereitet. 

Die Studierenden konnten den Prozess der Planung einer Ausstellung von der ersten Idee bis zur praktischen Umsetzung aktiv mitgestalten. Sie haben sich unterschiedlichen Themenkomplexen der etruskischen Grabkunst gewidmet, deren Ergebnisse in überarbeiteter Form in die Texte der Ausstellung eingegangen sind. Das Projekt veranschaulicht den großen Wert, den die Lehr- und Studiensammlung für die Studierenden als Lernumgebung bei der praxisbezogenen Arbeit besitzt.

Studenten in der Reproduktion der Grabkammer Tomba Francois vor den Wandmalereien
Einzelteile der Grabkammer Tomba Francois vor dem Zusammenbau, Foto: Marion Wenzel
Anbringung eines Gipsabguss-Reliefs zur Ausstellung "Eine Grabkammer der Etrusker erleben - Die Grabkammer Francois als Reproduktion"

Lernen in und mit einer Sammlung, was bedeutet das? Im Sommersemester 2021 stand für die Teilnehmer:innen der fakultativen Übung »Antike Skulptur und ihre Betrachtung« die Frage im Raum, wie sie an Abgüssen nach antiken Skulpturen lernen.

Während der Lehrveranstaltung erhielten sie eine Einführung in die Geschichte der antiken Skulpturen von der Archaik bin in die römische Kaiserzeit. Zugleich was das Ziel, das präzise, sowohl verbale also auch schriftliche Beschreiben antiker Plastik einzuüben. Damit eigneten sich die Teilnehmer:innen eine wesentliche methodische Voraussetzung zur historischen Einordnung und kulturgeschichtlichen Interpretation antiker Denkmäler an. Schließlich war die Geschichte der Leipziger Gipsabguss-Sammlung ein zentraler Lerninhalt, um die wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung solcher Objekte nachzuvollziehen.

Während der Aufenthalte in der Sammlung übten die Studierenden das genaue Sehen sowie Beobachten nucht nur durch Beschreibungen ein, sondern waren auch dazu aufgefordert, mit einer Einwegkamera Fotografien zu erstellen, die widerspiegeln, was sie gesehen haben, als sie sich intensiv mit den Objekten beschäftigten.

Aus der Übung ist ein Heft hervorgegangen, das unter dem Titel »Mehr als nur Gips« die Bedeutung der Abgüsse als unentbehrliches Anschauungsmaterial für die archäologische Lehre thematisiert. Sieben studentische Texte zu ausgewählten Objekten der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig sowie ein einführender Gruppentext machen anschaulich, wie die Studierenden an den Abgüssen lernen.

Zum Heft "Mehr als nur Gips"
PDF 17 MB

Das inklusive Angebot wurde 2019 von Studierende der Kunstpädagogik und der Archäologie der Alten Welt gemeinsam in einer Lehrveranstaltung entwickelt.

Unter dem Motto "Zum Greifen nah" ermöglicht das Antikenmuseum blinden und sehbehinderten Menschen, die griechisch-römische Antike barrierefrei zu erkunden. Besucherinnen und Besucher finden in der Dauerausstellung vielsinnliche Medien wie Tastbilder und Duftstationen, Objekte zum Ertasten, Audiokollagen und eine Hörprobe aus der Ilias von Homer in Altgriechisch, die das Leben der Griechen und Römer auf verschiedenen Ebenen erfahrbar machen.

ZUM INKLUSIVEN ANGEBOT

Treffen der Projektgruppe zum Aufbau der inklusiven Ausstellung "Zum Greifen nah" im Antikenmuseum
Projektgruppe beim Aufbau der inklusiven Ausstellung "Zum Greifen nah", Foto: Antikenmuseum Leipzig

Das Antikenmuseum als Lehrsammlung

Dozent und Studierende stehen vor den Beutezugrelief des Titusbogens.
Studierende stehen in der Sammlung und betrachten die Gipsabgüsse.
Seminargruppe steht im Depot des Antikenmuseums mit Originalobjekten in Glasvitrinen
Studierende stehen im Antikenmuseum vor Vitrinen und betrachten antike Gefäße.
Student hält eine Führung vor einer Gruppe.
Treffen der Projektgruppe zum Aufbau der inklusiven Ausstellung "Zum Greifen nah" im Antikenmuseum

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