Service Learning oder Lernen durch Engagement (LdE) ist eine Methode, mit der Lehrende unserer Universität das gesellschaftliche Engagement von Studierenden mit ihrer fachlichen Ausbildung verbinden. Studierende bringen sich in diesem Rahmen außerhalb universitärer Kontexte ein. Das kann zum Beispiel in Schulen, Vereinen oder Unternehmen sein. Dort wenden sie ihr akademisches Wissen an und erweitern es gleichzeitig praxisnah.

Menschen mit sehbehinderung erkunden die Ausstellung beim Projekt Museum für Alle
Menschen mit Sehbehinderung erkundigen die Ausstellung im Zuge des LaborUni Projektes "Museum für Alle", Foto: Mandy Putz

Service Learning – Das Wirken in die Bevölkerung

Die Fakultät für Geschichte, Kunst- und Regionalwissenschaften (GKR) nimmt im Bereich des Service Learning eine Vorreiterrolle an der Universität Leipzig ein. Die bisherigen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bedarfen entstandenen Projekte sind in ihrer Vielzahl aus dem individuellen Engagement einzelner Lehrender gewachsen. Sie sind verbunden mit persönlichen Forschungsinteressen und mit der Aktivierung eigener Kontakte in die Zivilgesellschaft.

Ziel von Lehrveranstaltungen im Bereich des Service Learning ist es, gemeinsam mit den Studierenden in die Gesellschaft hinein zu wirken und Akteuren und Akteurinnen bei ihrer Arbeit mit wissenschaftlicher Expertise zur Seite zu stehen. Für die Studierenden bedeutet das ein praxisorientiertes und angewandtes Lernen: Sie unterstützen mit ihrem Fachwissen konkrete Projekte in der Praxis und lassen die dort gewonnenen Erfahrungen wieder in ihren universitären Alltag zurückfließen. 

Service Learning reagiert mit hoher Flexibilität auf aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklungen. So unterstützt die GKR die vorhandenen Aktivitäten, verstetigt diese bei Bedarf und entwickelt je nach gesellschaftlicher Nachfrage neue Formate.

 

Ausgewählte Beispiele auf Lehrveranstaltungs- und Modulebene

Um auf die gesellschaftlichen Herausforderungen reagieren zu können, die sich durch die internationalen Fluchtbewegungen seit 2015 auch in Deutschland ergeben haben, konzipierten Lehrende des orientalischen Instituts neue Lehrveranstaltungen und passten Inhalte bestehender Module an. Das Modul „Arabische Sprache V – Community Interpreting“ bereitet Sprachmittlerinnen und Sprachmittler auf die Arbeit mit Geflüchteten vor. Dafür wurden Themen wie das Dolmetschen während Behördengängen, Arztbesuchen oder der Wohnungssuche in den Unterricht integriert.

Das Schlüsselqualifikationsmodul „Integrationsarbeit im Ehrenamt“ umfasst semesterbegleitende Tätigkeiten innerhalb einer Institution oder Initiative zur Unterstützung von Migrantinnen und Migranten. Die Auswertung erfolgt in Blockveranstaltungen gemeinsam mit den Praxispartnern. Das Lehrangebot wird durch die Ehrenamtskoordinatorin für Flüchtlingsarbeit des Johanniter e.V. Claudia Geppert unterstützt.

Der Bachelor Kunstpädagogik außerschulisch hat im Schwerpunktplatzhalter zur beruflichen Orientierung sechs Wahlpflichtmodule, die in die Arbeit mit gesundheitlich oder sozial Benachteiligten einführen. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem Jugendstrafvollzug Regis-Breitingen, der Werkstatt für behinderte Menschen sowie mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

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In Kooperation mit dem Grassimuseum erstellen Studierende eigene Instellationen, welche aktuelle Fragen ethnologischer Museen ins Zentrum rücken.

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Im Bachelor Theaterwissenschaft transdisziplinär und Master Theaterwissenschaft transkulturell sind die fest verankerten Module ( Theorie-Praxis- bzw. Kunst-Wissenschafts-Transfer) ein Pflichtbereich des Curriculum. Die wechselnden Angebote von Kooperationspartnern aus der Theaterpraxis, werden vom CCT (Centre of Competence for Theatre) koordiniert.

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Ausgewählte Beispiele auf Ebene projektbezogener Einzelprojekte

Mit Beteiligung und Beiträgen von Studierenden der Arabistik, Ethnologie und Religionswissenschaft ist die Publikation Muslime in Sachsen erschienen.

Hintergrund: Buchprojekt der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung 

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Gemeinsame Erarbeitung und Bereitstellung von kostenfreien Lehr- und Lernmaterialien von Studierenden und Mitarbeitenden der Geschichtsdidaktik als Open Educational Resources (OER) für den Fachbereich Geschichte

(Gefördert durch LaborUni, 4. Projektkohorte 2014/15)

Hintergrund: Öffnung und Austausch zwischen universitärer Lehrerinnenbildung, Schulpraxis sowie lokaler, regionaler und globaler Erinnerungskultur

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Museum für Alle (LaborUni-Projekt, 8. Projektkohorte 18/19) (Klassische Archäologie und Kunstpädagogik)

Hintergrund: Schaffen von Museumsangeboten für Blinde und Sehbehinderte

Kooperationen: Wladimir-Filatow-Schule für Blinde und Sehbehinderte, Deutsche Zentralbücherei für Blinde Leipzig

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Hintergrund: Wissenschaftliche Vorbereitung und Begleitung des internationalen Seniorentheaterfestivals „stAGE!“

Kooperationen: CCT, Bund Deutscher Amateurtheater e.V., Bundesarbeitskreis Seniorentheater

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Veranstaltungsorganisation und -durchführung in der Moritzbastei Leipzig

Hintergrund: Internationale Kulturbörse Freiburg, Fachmesse für Bühnenproduktion, Musik und Straßentheater

Kooperation: Moritzbastei Leipzig, Internationale Kulturbörse Freiburg

Kontakt: Kathrin Müller-Beck

Hintergrund: Ergebnisse eines im Sommersemester 2013 begonnenen interdisziplinären Lehrprojektes zwischen der Universität Leipzig und der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB). Initiiert wurde es vom StiL-Teilprojekt Leipziger Sammlungsinitiative.

Kooperation: zwischen der HGB, dem Ägyptischen Museum, dem Antikenmuseum und der Sammlung Ur- und Frühgeschichte mit Ausstellungen 2014 in der HGB, im Ägyptischen Museum und im Antikenmuseum.

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