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Veranstaltungsort: Zoom

Vortrag von Dr. Maike Schmidt (Leipzig)

„Elle nʼa jamais servi de frontière politique“, schrieb Gaston Zeller 1928 in einem wenig beachteten Aufsatz über die Saar, noch Jahre bevor er als Nachfolger auf dem Lehrstuhl Lucien Febvres in der Rheindebatte intervenierte. Die 11 Kilometer, auf denen der Fluss heute deutsch-französische Staatsgrenze ist, bilden die kleine Ausnahme. Die Ursprünge des Grenzabschnitts liegen im 18. Jahrhundert, als an der Saar zahlreiche größere und kleinere Machthaber herrschten, die zum Teil seit Jahrhunderten um unklare Besitz- und Nutzungsrechte stritten. Am Beispiel der Herrschaft Blieskastel geht der Vortrag den vielfältigen Interaktionen nach, die sich in diesem Mikroraum abspielten, als sich ein riesiger französischer Staats- und Ingenieursapparat auf die systematische Suche nach „der“ Grenze begab. Das Fallbeispiel wirft eine grundsätzliche Frage auf, die im Zentrum des vorzustellenden Forschungsprojekts steht: Was macht einen „Grenzraum“ in der Frühen Neuzeit eigentlich zum Grenzraum? Ihre Beantwortung erfordert einen vertiefenden Blick auf vornationalstaatliche Raumordnungen und die mit ihnen verbundenen Akteure, von denen nicht alle im Fluss auch zwangsläufig eine Grenze sahen.

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Frankreichzentrum der Universität Leipzig statt und wird von Prof. Dr. Matthias Middell (Leipzig) kommentiert.

Die Veranstaltung findet als Zoom-Meeting statt. Interessierte sind herzlich willkommen. Bitte fordern Sie den Zugangslink im Sekretariat bei Katja Wöhner an. 

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