Nachricht vom

Hiermit laden wir Sie herzlich ein zur diesjährigen Riemann-Vorlesung des Instituts für Musikwissenschaft. Sie findet traditionsgemäß am 2. Dezember, dem Dies academicus, um 18 Uhr statt.

Aufgrund der aktuellen außergewöhnlichen Situation wird die Vorlesung in diesem Jahr als hybride Veranstaltung primär online über Zoom durchgeführt. Ebenso neu ist, dass wir 2020 keine*n emeritierte*n Musikwissenschaftler*in eingeladen haben, sondern einen amtierenden Historiker, der sich intensiv mit Musik beschäftigt:

Prof. Dr. Axel Körner lehrt und forscht am University College London mit Schwerpunkt transnationale "Intellectual History" und ist derzeit Leibniz-Gastprofessor an der Universität Leipzig. Das Thema seines Vortrags lautet:

"Oper als transnationale Erfahrung"

Wir würden uns sehr freuen, Sie zahlreich zu dieser Vorlesung mit anschließender Diskussion im Internet zu begrüßen!
 

Zoom Meeting
(Meeting-ID: 834 9189 4801, Passwort: 790939)

 

Abstract

Die Vorlesung setzt sich kritisch mit dem Narrativ der Oper des 19. Jahrhunderts als eines Werkzeugs nationalistischer und anti-imperialer Bewegungen auseinander. Oper schuf Verbindungen zwischen Völkern über nationale Grenzen hinweg und unterstützte auf diese Weise die Entstehung einer europäischen und globalen Öffentlichkeit. Behauptungen, dass die Oper des 19. Jahrhunderts in erster Linie zur Entstehung nationaler Gemeinschaften beitrug und so Ressentiments gegen andere Völker und gegen supranationale Staatsformen stärkte, sind empirisch häufig nicht nachweisbar und daher methodologisch anzweifelbar. Auf diese Grundlage kann auch die Bedeutung des Konzepts der Nationaloper für die Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts in Frage gestellt werden. Webers Freischütz und die Verortung der Oper im böhmisch-sächsischen Grenzraum sollen dabei als Anknüpfungspunkt dienen.