Veranstaltungsreihen bieten die Möglichkeit, übergreifende Themen und Arbeitsfelder im Laufe eines Semesters mit ganz unterschiedlichen Perspektiven und Formaten zu beleuchten, in jeweils besonderen Wechselverhältnissen von Theorie und Praxis.
Im Folgenden finden Sie Informationen zu aktuellen wie auch zu vergangenen Veranstaltungsreihen am Institut.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie werden die für das Wintersemester 2020/2021 geplanten Veranstaltungsreihen je nach aktueller Situation in Präsenz, hybrid bzw. digital stattfinden. Bitte informieren Sie sich vor den Veranstaltungen über die möglichen Zugänge!

Mittwochs-Lounge:

Wir laden Sie herzlich ein zur ersten Ausgabe der Reihe »Theater in Ostdeutschland nach der Wende« im Jahr 2021. An diesem Mittwoch13. Januar, 17 Uhr c.t., trifft Stefan Petraschewsky (MDR Kultur) auf die Weimarer Regisseurin, Kuratorin und Festivalleiterin Nina Gühlstorff. Ihre Projekte führten Sie unter anderem bereits nach Israel, Polen, Russland, den Senegal und nach Namibia. Sie inszeniert vor allem zeitgenössische Dramatik und Musiktheater und beschäftigt sich dabei schwerpunktmäßig mit postkolonialistischen, sozialen und feministischen Fragen.

Die Veranstaltung ist Teil des gleichnamigen Seminars von Stefan Petraschewsky, welches zentrale Entwick­lungen des Theaters in Ostdeutschland seit 1990 untersucht, um durch dessen Genealogie die gegenwärtigen Strukturen dieser Theaterlandschaft verstehen und ihren Herausforderungen begegnen zu können. Dabei soll Theater vor allem als Spiegel der Zeit und ihrer gesellschaftlichen Groß-Probleme fungie­ren (Arbeitslosigkeit, Rechtsruck, Rassismus).

Im Rahmen des Seminars werden eine Reihe von Gästen als Zeitzeug*innen eingeladen, um über ihre Erfahrungen zu berichten und darüber zu diskutieren. Die Veranstaltung wird dieses Mal ausschließlich auf digitalem Weg über Zoom durchgeführt. Sie können sich zum genannten Termin unter folgendem Link per Zoom einwählen:

https://uni-leipzig.zoom.us/j/82496610585
Meeting-ID: 824 9661 0585
Kenncode: 962835

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Freie Radikale — Unabhängige Theaterarbeit heute

Die freie und Amateurszene in Theater und verwandten Künsten ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten nicht nur ein immer lebendigerer und kreativerer Ort kultureller Selbstverständigung geworden, sie wird auch zunehmend als wichtiger kulturpolitischer Ansprechpartner gesehen und von manchen sogar als Praxisform der Zukunft apostrophiert.

Zwischen diesen Extremen von Heilserwartung und Untergangsstimmung im kulturellen Bereich generell geschieht aber auch ästhetisch, soziokulturell und organisatorisch im wahrsten Sinne Weltbewegendes. Von community theatre über kollektive Arbeitsprozesse und transkulturelle Erfahrungsräume bis hin zu gut gemachter Unterhaltung durch ‚well made plays‘ finden sich in der Amateur- und freien Theaterpraxis vielfältigste Formen und Strategien, die immer zum Ziel haben, Menschen zusammenzubringen und sie gemeinsam Erfahrungen und Erkenntnisse zugleich gewinnen zu lassen. Ob Figuren-, Musik-, Sprech- oder Tanztheater, ob Performance oder Drama, ob Senior*innen-, Kinder- und Jugend- oder gänzlich anders geartete experimentelle Theaterformen – in der Spanne zwischen lokaler und regionaler sowie internationaler und transkultureller Arbeit lassen sich in den freien und Amateurkünsten der Gegenwart Potenziale für ein Zusammenleben unter herausfordernden Umständen gewinnen.

Wir wollen im Wintersemester 2020/2021 mit Experten und Expertinnen, Theoretikern und Theoretikerinnen sowie mit Praktikern und Praktikerinnen über diese Potenziale – die freien Radikale in einer globalisieren Welt – ins Gespräch kommen. Kommen auch Sie!

Termine im Wintersemester 2020/2021 unter anderem mit folgenden Gästen:

* 09.12.2020, 17:00 Uhr c.t., digital
»handeln zwischen glanz und niedergang, oder no fear – my dear« mit Holger Bergmann (DIE VIELEN, Berlin) im Gespräch mit Michael Wehren (Institut für Theaterwissenschaft)

Holger Bergmann skizziert in einem kurzen Vortrag einige aktuelle Herausforderungen für die Künste und befragt die Möglichkeiten eines utopisch-illusionistischen Raums. Bergmann beleuchtet dabei die gesellschaftspolitische Gestaltungskraft der Künste in Zeiten zwischen Pandemie und (Post-)Demokratie. Danach steht er im Gespräch mit Michael Wehren für eine Diskussion aktueller Fragen zur Verfügung.

Im Ruhrgebiet hat Holger Bergmann als Künstlerischer Leiter des Ringlokschuppen Ruhr, Kurator und Festivalleiter die Kunstform der ›Social Urban Art‹ als einer der Vordenker mitgeprägt. In dieser künstlerischen Bewegung zwischen avancierter darstellender, performativer, urbaner Kunst und stadtgesellschaftlichem Resonanzraum kuratierte er gesellschaftspolitische Akupunkturen in unterschiedlichsten Formaten beispielsweise in Mülheim, Oberhausen, Dortmund, Duisburg und Bochum. Seit 2016 ist er Geschäftsführer des Bundeskulturförderfonds FONDS DARSTELLENDE KÜNSTE in Berlin und setzte unter anderem Akzente mit produktionsunabhängigen Förderungen und mit der Einführung von Honoraruntergrenzen in Anträgen, um soziale Mindeststandards zu thematisieren. 2017 begründete er die Bewegung DIE VIELEN mit; eine Initiative von Aktiven aus der Kunst und Kulturlandschaft für die Fortentwicklung der Demokratie in einer offenen Gesellschaft, für Kunstfreiheit und Solidarität. Sie organisieren Happenings gegen den Hass und schaffen ein Netz der Solidarität zu Kultureinrichtungen, die von rechts unter Druck geraten.

Die Veranstaltung kann ausschließlich auf digitalem Weg über Zoom besucht werden. In die Veranstaltung können Sie sich zum genannten Termin unter folgendem Link einwählen:
Meeting-URL: https://uni-leipzig.zoom.us/j/85114665376
Meeting-ID: 851 1466 5376
Passwort: 712068

Bild von Holger Bergmann, Foto: Florian Krauß
Holger Bergmann, Foto: Florian Krauß

geplante weitere Veranstaltungen:

* 20.01.2021: Vorstellung des BMBF-Forschungsprojekt am CCT „HeimatWeltBühne. Amateurtheater in ländlichen Räumen Ostdeutschlands“, 19:00 Uhr

* 03.02.2021: Carlotta Vitale, Gommalacca Teatro Potenza: „Die tanzende Schlange“, 17:00 Uhr

bisherige Veranstaltungen:

* 04.11.2020, 19:00 Uhr, digital: » Flugschneider, Leinen Los – Für die Sterne! Inklusive Theater- und Tanzarbeit heute
»Das HEYOKA Theater übernimmt gesellschaftliche Verantwortung durch sein Engagement für Inklusion. Im HEYOKA Theater gehen wir davon aus, dass kein Mensch defizitär ist. Bei unseren Theaterproduktionen ist jede und jeder willkommen, unabhängig von besonderen Bedürfnissen oder Herkunft. Diese Kultur des Willkommens und Miteinanders ist der Kern unserer Arbeit, durch den wir die besonderen Gaben jedes unserer Mitspieler auf der Bühne zum Glänzen bringen.«
Der Begriff »Heyoka« stammt aus der Sprache der nordamerikanischen Lakota. Die Heyoka hatten die Aufgabe, die gewohnte Form des Zusammenlebens auf den Kopf zu stellen. Dafür mussten sie jedoch bereit sein, anders zu sein, als die anderen. Dieser Ansatz stellt als Leitbild die Struktur der Arbeit des HEYOKA Theaters in Ulm dar – auch das HEYOKA Theater stellt die Realität auf den Kopf, indem es die Definition von Normalität aufbricht. In dem integrativen Theater spielen Menschen mit Behinderungen, Menschen mit psychischen Krankheiten, engagierte Laien und Profis seit etlichen Jahren zusammen. Die Arbeit des HEYOKA Theaters wurde u.a. 2015 mit dem Landesamateurtheaterpreis Lamathea und 2016 mit dem Bundesamateurtheaterpreis AMARENA ausgezeichnet.
Der Veranstaltung beginnt mit der Vorstellung der Theaterpraxis in einem Gespräch mit Simon Reimold und Eva Ellerkamp und einigen visuellen Ausschnitten ihrer Arbeit am HEYOKA Theater.
Anschließend wird das Thema weitergefasst und mit Melanie Gruß, Ella Burkhard und Gustavo Fijalkow über die Möglichkeiten und Herausforderungen inklusiver Theaterarbeit diskutiert.

mit Eva Ellerkamp und Simon Reimold (Heyoka Theater Ulm), Gustavo Filjakow (Fast Forward Dance Company Leipzig), Melanie Gruß (Institut für Theaterwissenschaft, Uni Leipzig), Ella Burkhard (MaDiThea), Günther Heeg und Meera Theeßen (CCT)

REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES
Forschungsreihe der Juniorprofessur Theaterwissenschaft

Die Forschungsreihe REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES wird vom Team der Juniorprofessur Theaterwissenschaft konzipiert und durchgeführt. Seit dem Sommersemester 2018 widmet sie sich der Beforschung von Fremdheit(en) und Fremdheitserfahrungen. Ausgehend von einer theaterwissenschaftlichen Perspektive sollen Blickwinkel und Ausrichtung der Forschungsreihe aber nicht auf diese beschränkt sein.

Mit jeder und jedem Eingeladenen, die aus verschiedenen künstlerischen und wissenschaftlichen, theoretischen wie praktischen Disziplinen, Genres, Forschungs- und Wissensfeldern stammen, soll der Fächer an Methoden, Zugängen, Perspektiven, Instrumenten und Tools erweitert werden, der einer gegenwärtigen und dringend notwendigen Fremdheitsforschung dienlich sein könnte. Die Vermittlung auch außerhalb akademischer Kontexte in die Gesellschaft hinein soll beispielsweise durch die Suche nach öffentlichen Veranstaltungsorten unter Maßgabe sozio-kultureller Barrierefreiheit gelingen.

Hinzu kommt ein maßgeblicher Einbezug von Studierenden, den unter anderem eine carte blanche gewährleistet, durch die pro Semester mindestens ein Gast durch den Forschungsnachwuchs ausgewählt wird.

Filmszene zwei kleine Roboter spielen Fußball
Screenshot aus dem Film "Autonome Artefakte", Foto: Johannes Kohout und Janek Totaro

Termine im Wintersemester 2020/2021

HERZLICHE EINLADUNG

zur Buchvorstellung

Gestische Forschung. Praktiken und Perspektiven

Mit: Till Boettger, Micha Braun, Veronika Darian, Peer de Smit, Rée de Smit, Fabian Goppelsröder, Melanie Haller, Ulrike Haß, Jessica Hölzl, Angelika Jäkel, Sven Lindholm, Matthias Naumann, Martina Reichelt, Michael Renner, Michael Wehren und Isa Wortelkamp.

27.01.2021 | 17.00-19.00 Uhr

via Zoom: https://uni-leipzig.zoom.us/j/2252097550

Nicht Gesten, sondern Gestisches als Vorgang und Prozess, als Disposition und Haltung steht im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen des hier präsentierten interdisziplinär angelegten Bands. Damit verschiebt sich die Frage nach der Bedeutung von Gesten auf Fragen der Wahrnehmung, Erforschung und Beschreibbarkeit von Gestischem in unterschiedlichen Kontexten. Die Beiträger*innen sowohl des Bandes als auch der Veranstaltung stoßen auf diese Weise inhaltlich wie formal in höchst aktuelle und zudem gesellschaftlich, philosophisch und wissenspolitisch relevante Themenfelder vor.

Für die Vorstellung der verschiedenen Buchabschnitte zu Gestischem im Denken, in Sprache und Aufzeichnung, in architektonischen Situationen, theatralen Praktiken und szenischen Konstellationen nutzen wir den digitalen Raum, in dem wir alle Beteiligten gern zum Zuhören, Zuschauen und auch zum Echo aufs Gehörte und Gezeigte einladen möchten.

Da zu Beginn der Veranstaltung auch einige technische Hinweise zur Nutzung der Konferenzplattform Zoom und vor allem auch zum genauen Ablauf der Buchvorstellung gegeben werden, würden wir Sie bitten, sich pünktlich um 17 Uhr über den obenstehenden Link einzuwählen.

Wir freuen uns auf Ihren und Euren Besuch und verbleiben bis zum 27. Januar mit einem herzlichen Gruß,

Veronika Darian und Peer de Smit

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Forschungs- und Veranstaltungsreihe REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES der Juniorprofessur für Theaterwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig statt. Sie wird präsentiert im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungsreihe "Mittwochs-Lounge" des Instituts und des Centre of Competence for Theatre (CCT) und gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Presseinformation
PDF 957 KB

Plakat
PDF 113 KB

 

# 7 Autonome Artefakte |Screening & Gespräch AKINEMA | Göttingen

25.11.2020 | 19.00 Uhr 
digital, via zoom: uni-leipzig.zoom.us/j/2252097550

“Künstliche Intelligenz und humanoide Maschinen, früher ein Thema von Science-Fiction, heute ein wichtiges Forschungsgebiet. Nicht nur philosophisch stellt sich dabei die Frage, nach welchen Kriterien die Maschinen entwickelt werden, die den Menschen optimieren oder gar ersetzen. Was muss eine Maschine leisten und was lieber nicht? Und wie verändert sich dadurch die Wahrnehmung unseres eigenen Körpers?”

Mit dem Dokumentarfilm Autonome Artefakte und dem nachfolgenden Gespräch mit den Filmemachern widmet sich die neueste Ausgabe der Forschungsreihe REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES diesmal Formen des Anderen, Fremden, die den menschlichen Körper herausfordern, dessen Physis und Intellekt, seine Anpassungsfähigkeit und Intimität. Im Film wird diese Konstellation zum Ausgangspunkt für eine Reflexion über das Verhältnis von Mensch und Technik, zu der Philosoph*innen, Informatiker*innen und Technikenthusiast*innen befragt werden. Zugleich begibt sich der Film auch methodisch auf eine Expedition zwischen visueller Kommunikation und ethnographischer Recherche.

GUESTS

Die Filmemacher Johannes Kohout und Janek Totaro sind Kulturwissenschaftlern und Visuellen Anthropologen. Seit 2015 arbeiten sie gemeinsam an den Schnittstellen von Forschung und Öffentlichkeit. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen aller Disziplinen und unter dem besonderen Einsatz von Mitteln ethnographischer Feldforschung entstehen dokumentarische Filme, die auf wissenschaftlichen Kongressen gezeigt und auf Filmfestivals ausgezeichnet wurden.

Das Gespräch wird moderiert von Anna Maria Beck und Jessica Hölzl (Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig).

Weitere Informationen zum Film

Abbildung der beiden Filmemacher Johannes Kohout und Janek Totaro
Die Filmemacher Johannes Kohout und Janek Totaro

bisherige Gäste und Termine:

#0 Pressekonferenz zum Auftakt der Forschungsreihe
26.6.2018 | 11:15 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#1 Bridge Markland (Drag-Performerin, Berlin)
4.7.2018 | 19 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#2 Helena Waldmann (Tanzregisseurin, Berlin)
22.11.2018 | 19 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#3 Arne Vogelgesang & Marina Miller Dessau (internil Verein zur Untersuchung sozialer Komposition, Berlin)
5.12.2018 | 17 Uhr | Institut für Kunstpädagogik | Geschwister-Scholl-Haus | Ritterstr. 8-10 | Leipzig

#4 Dance|ing Stage|ing Age|ing | Danced Lecture & Gespräch
Susanne Martin & Miriam Haller | 9.5.2019 | 19 Uhr | Probebühne des ITW | Spinnereistr. 7 | Halle 18 Aufgang E | Leipzig

#5 In fremden Stimmen | Pressekonferenz und Zwischenspiel
10.7.2019 | 11.15 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

#6 Brand und Rede | Eine Auseinandersetzung mit Marina Miller Dessau & Arne Vogelgesang
25.10.2019 | 19 Uhr | Institut für Theaterwissenschaft | Ritterstr. 16 | Leipzig

Konzept oder: Was wir wollen

Das Fremde ist scheinbar überall: politischer Kampfbegriff, kulturwissenschaftlicher Diskurs, Schlagzeile, Tresengespräch. Doch statt sich in diese Allgegenwärtigkeit einzureihen und erneut die Frage zu stellen, was das Fremde ist, sucht die Forschungsreihe REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES das konkrete Erleben und Teilen von Fremdheitserfahrungen. Dieser oft emotional aufgeladene Themen- und Erfahrungskomplex in all seiner Fragilität und Flüchtigkeit wird Gegenstand einer groß angelegten, disziplinenübergreifenden (Be)Forschung.

Konzipiert und in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kooperationspartner*innen durchgeführt durch das Team der Juniorprofessur für Theaterwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig, liegt der Fokus der Forschungsreihe auf einem transkulturellen Ansatz. Dieser versteht Fremdheit als Begriff, welcher sich durch seine sprachliche, performative und historische Beweglichkeit jedem Versuch der Zu- und Festschreibung, Aneignung und Übernahme sowie einem vermeintlichen Verständnisvollzug entzieht. Im Gegenteil begreift er Fremdheit als kontextabhängige Variable, die immer wieder neu und immer wieder anders als ungreifbare Andersheit die eigene Perspektive hinterfragt und neu in Beziehung zu setzen herausfordert.

REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES lässt sich damit sowohl als duratives Forschungsprojekt als auch als transkulturelle Versuchsreihe begreifen, die den eigenen Forschungsgegenstand mit jedem (neuen) Ansatz und jedem (neuen) Format wie auch mit den beteiligten Forscher*innen und allen Teilnehmenden neu verhandelt.

In Kooperation mit Gästen unterschiedlicher Hintergründe versucht REIHEN WEISE FREMD | STRANGE IN SERIES, im Feld der Fremdheitsforschung inhaltlich, methodisch und formal bislang ungewohnte Wege einzuschlagen. Ziel der Reihe ist es, verschiedene Methoden der Fremdheitsforschung zu sammeln, gegenüber und ins Verhältnis zu setzen, miteinander zu verbinden, aber auch neu zu entwickeln und diese sowohl für weitere Forschungszweige als auch eine breitere Öffentlichkeit nutzbar zu machen.

Blog

Gefördert von:

  • Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Gestisch leben heißt handeln unter Umständen, die keinen Halt und keine Orientierung bieten. Gestisch leben ist eine Fähigkeit, die für das Zusammenleben unter Fremden dringend benötigt ist. Bertolt Brecht hat sich Zeit seines Lebens mit der Theorie und Praxis der Geste beschäftigt. Er hat Vorschläge gemacht, wie sich in der Gegenwart gestisch leben lässt.

Gestisch Leben – preparing Brecht unter Fremden war eine fortlaufende Reihe von Lecture Performances, die im Wintersemester 2018/19 und im Sommersemester 2019 in der Regel mittwochs von 17–19 Uhr stattgefunden hat. Die gemeinsame Reihe des Centre of Competence for Theatre (CCT) und des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig diente der Vorbereitung des internationalen wissenschaftlich-künstlerischen Symposiums BRECHT UNTER FREMDEN / BRECHT AMONG STRANGERS, das vom 19.–23. Juni 2019 in Leipzig stattffand. Damit wurden Künstler und Künstlerinnen sowie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vorgestellt, die auf dem Symposium mit einem Projekt vertreten waren oder thematisch Wichtiges dazu beizutragen hatten.

Gäste und Termine im Sommersemester 2019:

10.04.19
Seollyeon Konwitschny (Neumarkt), Bettina Bartz (Berlin) & Hans-Georg Wegner (Weimar)
„Flaschenpost an die Nachgeborenen“

24.04.19
Olav Amende, Melanie Gruß und Michael Wehren (Leipzig)
DAS MESSINGKAUF-PROJEKT

08.05.19
Florian Vaßen, Swantje Nölke (Hannover, Leipzig)
Zur Lehrstückarbeit nach Brecht

15.05.19
Anja-Christin Winkler, Cornelia Blochmann, Antje Schindler, Nils Matzka (Leipzig)
Jasager / Fallstudien. Ein Projekt mit Schüler*innen

22.05.19
Michelle Bray, Lara Chahal, Thespis-Zentrum (Bautzen)
Eine Suche nach transkultureller Normalität

29.05.19
friendly fire (Leipzig)
Among Us / Unter Uns: Initials BB

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