Hier stellen wir ausgewählte Workshops und szenische Projekte vor, die als Bestandteile der Lehre am Institut regelmäßig öffentlich präsentiert werden.

Abschlusspräsentation Szenisches Projekt Be van Vark

Dis-tanzen * via Zoom * Samstag, 23.01.2021 * 17:00

uni-leipzig.zoom.us/j/68019574471

Meeting-ID: 680 1957 4471
Kenncode: 413103

 

Ist Stillstand Tanz?
Was macht es mit uns, wenn wir nicht beieinander sein können, und wie
nah dürfen wir uns sein, in einer Zeit, in der Covid-19 das soziale
Miteinander zum gefährlichen Spiel mit der Gesundheit macht? Social
Distancing.
Lost. Das Wort des Jahres 2020.
Aber wie verloren sind wir wirklich ohne Berührung, ohne körperliche
Nähe? Wie können wir andere durch unsere Bewegungen berühren, ohne sie
tatsächlich zu berühren? Dis-tanzen. Dem Spiel mit diesen Fragen
widmeten sich im Wintersemester 20/21 achtzehn Studierende des Instituts
für Theaterwissenschaft der Uni Leipzig. Im Rahmen der Bertolt Brecht
Gastprofessur der Stadt Leipzig wurden unter Leitung der renommierten
Berliner Choreografin Be van Vark somatische Praktiken ausprobiert, der
eigene Körper erforscht, zu Musik improvisiert, geschrieben und
zugehört.
Jede Woche hieß es aufs Neue – umdenken. Corona stellte uns alle vor
ungeahnte Herausforderungen. Doch wir möchten uns ihnen stellen.
Am Samstag, 23. Januar 2021 um 17:00 laden wir alle Interessierten
ein, unsere Ergebnisse und Prozesse via Zoom mitzuerleben und mit uns
über die Distanz zu tanzen

Perspektiven der Digital Humanities in der Tanz- und Theaterforschung

Online-Workshop am 09.01.2021 von 10.00-15.00 Uhr

Digital Humanities ist seit einigen Jahren ein Sammelbegriff für Initiativen und Angebote auch an der Universität Leipzig, die zur Etablierung digitaler Arbeitsweisen und Netzwerke in der geisteswissenschaftlichen Forschung und Lehre dienen. Das Spektrum reicht von der Verknüpfung diverser Datenbanken (mithilfe verbesserter Web-Seiten und Suchfunktionen) über die Integration digitaler Tools in Forschungsprojekten und Lehrveranstaltungen bis hin zu neuen Studiengängen, die Kompetenzen im Umgang mit Daten auch an Studierende vermitteln. In den Geisteswissenschaften liegt der Fokus hierfür bisher auf der digitalen Auswertung von Texten aller Art. Hinzu kommt die Verbesserung der digitalen Infrastruktur von Sammlungen und Archiven, die für kunst- und musikwissenschaftliche Fächer von besonderer Bedeutung sind. Auch in der Theaterwissenschaft spielen diese Tendenzen eine wachsende Rolle. Allerdings zählt es zu den Besonderheiten unseres Fachs, dass es mit dem Gegenstand Theater (einschließlich Tanz und Performance) vor allem um szenische Ereignisse und kulturelle Praktiken geht, die sich nur teilweise und indirekt in „Werken“ (und darauf bezogenen Texten, Dokumenten etc.) manifestieren. Wie also könnte eine zukünftig auch „digitale Theaterwissenschaft“ aussehen?

Der auf studentische Initiative hin am Institut für Theaterwissenschaft organisierte Workshop soll Chancen und Herausforderungen des Digitalen im Austausch informationstechnischer und fachspezifischer Fragestellungen ausloten (auch als Auftakt für weitere Veranstaltungen dieser Art). Dazu werden Experten und Studierende der Digital Humanities – im Dialog mit Lehrenden des Instituts – einige aktuelle Projekte und Abschlussarbeiten vorstellen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen: Schalten Sie sich ein und diskutieren Sie mit!

Anmeldung und Info

Zoom-Meeting beitreten
https://uni-leipzig.zoom.us/j/85893177524
Meeting-ID: 858 9317 7524
Kenncode: 943515

Einführung in die Digital Humanities

Einblick in die systematische Nutzung computergestützter Verfahren und digitaler Ressourcen in den Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Synthese der beteiligten Fächer liegt hierbei in der Formung von Denkstrukturen, die nicht an ein klassisches Fach gebunden sind. Neben Aktivitäten in verschiedenen Fakultäten bietet die Universität Leipzig DH als ein eigenständiges Studium an, und das 2018 gegründete „Forum für Digital Humanities Leipzig“ unterstützt zahlreiche weitere Aktivitäten und Projektvorhaben.
Marlene Festag, Studentin im B. A. Theaterwissenschaft transdisziplinär und Praktikantin am Tanzarchiv Leipzig e.V.

Forschungsfelder der Theaterwissenschaft

Um die Chancen und Herausforderungen der Theaterwissenschaft in Bezug auf digitale Kontexte besser zu verstehen, lohnen sich ein Blick auf die Fachgeschichte und die Frage nach theaterwissenschaftlichen Forschungsdaten und infrastrukturellen Voraussetzungen in Bezug auf die DH. Lehrende des Leipziger Instituts werden dazu ihre Perspektiven und Schwerpunkte in Lehre und Forschung vorstellen.
Jun.-Prof. Dr. Veronika Darian, Dr. Melanie Gruß, Prof. Dr. Patrick Primavesi, Jun.-Prof. Dr. Ingo Rekatzky und Stefan Schnell (Projektmitarbeiter bei HeimatWeltBühne/Amateurtheater)

Aktuelle DH-Projekte zu Dramentexten, Videospielen und Medieninformationen:

Katharsis
Vorstellung des webbasierten Werkzeugs bzw. der Ressource für die quantitative Dramenanalyse von mehr als 100 deutschsprachigen Dramen.
Thomas Schmidt, Master of Science (M. Sc.) Media Informatics. University of Regensburg

DraCor
DraCor bietet für eine Vielzahl von Dramentexten in verschiedenen Sprachen zielgenauen Zugriff auf bestimmte Textuntermengen. DraCor generiert zudem automatisch Netzwerke, die Figurenkonstellationen anzeigen. Eine API (Anwendungsschnittstelle) bietet zahlreiche Möglichkeiten und Formate zur Weiterverarbeitung der vereinheitlichten Metadaten.
Frank Fischer, Ass. Prof. for Digital Humanities at School of Linguistics, Higher School of Economics, Moscow

distant reading
Vorstellung der Methode des “distant reading”: Im Unterschied zum close reading durch menschliche Leser analysieren Suchmaschinen und Algorithmen im distant reading (nach Franco Moretti) häufig große Mengen an Textdaten, die dann von der Forschung in neuer Weise genutzt werden können. Irene Martin beschäftigt sich in ihrer Bachelorarbeit mit automatisierten Clusteranalysen und Distanzmaßen beim distant reading.
Irene Martin, angehende B.Sc. Digital Humanities, Universität Leipzig

Analyse der Rezeption von Videospielen: Wie Let’s Player die Wahrnehmung von Spielen beeinflussen
Eine Untersuchung des Einflusses von Let´s Playern auf die Rezeption der gespielten Videospiele mithilfe von Methoden der automatischen Sprachverarbeitung.
Paula Müller, B.Sc. Digital Humanities, Universität Leipzig

adlr.link (Fachinformationsdienst für die Medien-, Kommunikations- und Filmwissenschaft)
Alle, die in diesen Fächern forschen, lehren oder studieren, können mit adlr.link in über 1,5 Mio. Einträgen zu Büchern, Artikeln, AV-Medien und Onlineressourcen recherchieren.
Dr. Sebastian Stoppe, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitätsbibliothek Leipzig, Projektkoordinator von adlr.link.

CLASS MATTERS! Ein studentisches Online-Symposion zu Klassismus und Klasse in Theater, Pädagogik und Wissenschaft

9.-10. Juli 2020, Donnerstag 14:00-18:30 Uhr, Freitag 9:00-17:00 Uhr

Klassismus bezeichnet die Diskriminierung von Menschen aufgrund von Klasse oder sozialer Herkunft. Galt Klasse spätestens seit 1989 lange Zeit als überholte Kategorie, zeigt sich heute, dass sie als ein ebenso analytischer wie politischer Begriff insistiert. Zugleich erfahren Klasse und Klassismus im Zusammenhang neuerer Debatten um Kategorien wie gender und race eine kritische Re-Artikulation, die neue, intersektionale Perspektiven sowie Handlungsspielräume eröffnet.

Anschließend an Autor*innen wie bell hooks, Pierre Bourdieu oder Andreas Kemper nimmt das Online-Symposion CLASS MATTERS! Klasse und Klassismus in demokratischen Institutionen wie Theater, Schule und Universität ebenso in den Blick wie die Praktiken der Reproduktion klassistischer Macht- und Darstellungsverhältnisse in Populärkultur und öffentlichem Raum. Nicht zuletzt stellt sich immer wieder die Frage nach den politischen sowie ästhetischen Möglichkeiten und Formen antiklassistischer Intervention, Theorie und Praxis.

Im Rahmen des Online-Symposions präsentieren und diskutieren Studierende die Zwischenstände ihrer Auseinandersetzungen mit Klassismus und Klasse anhand von selbstgewählten Beispielen. Entstanden sind die Beiträge während des Sommersemesters 2020 im Rahmen der Seminare CLASS MATTERS! Zur Politik, Praxis und Theorie von Klasse und Klassismus im Pädagogischen (Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Hildesheim, Dozentin: Sylvia Wehren) und CLASS MATTERS! Klassismuskritische Perspektiven in und auf Theater & Performance (Institut für Theaterwissenschaft, Universität Leipzig, Dozent: Michael Wehren). Ergänzt wird das studentische Programm durch einen Kurzworkshop mit der Anti-Klassismustrainerin Tanja Abou.

Anmeldung

Das Symposion findet digital über Zoom statt. Wenn Sie als Gast an der Veranstaltung teilnehmen möchten, senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff Online-Symposion an Michael Wehren. Sie erhalten dann einen passwortgeschützten Zoom-Link sowie das detaillierte Programm.

!? INKLUSION UND THEATER ?!

Onlineworkshop mit Jana Zöll und Gesprächsrunde mit Jana Zöll, Anne-Cathrin Lessel (LOFFT) und Anna Weyrosta (TdJW)

04.07.2020 von 16.00 bis 19.30 Uhr (via Zoom)

Wie überholt und veraltet sind aktuelle Theaterstrukturen? Wer bestimmt über Teilhabe? Welche konkreten Barrieren gilt es zu überwinden und wie?

Die Hochschulgruppe MaDiThea und das Seminar „The differently abled body. Von Freakshows, Inklusion und Kunst" von Melanie Gruß laden zu einem Workshop und einer Diskussionsrunde mit der Künstlerin Jana Zöll ein, in denen es um Fragen von „Ableism“, Zugänglichkeit und Inklusion im Theater gehen wird.

Im ersten Teil (16:00 - 17.45 Uhr) wird Jana Zöll über ihre Erfahrungen bei der Schauspielausbildung, ihre Arbeit sowohl in Strukturen des Stadttheaters als auch in der Freien Theaterszene berichten und eine persönliche Einschätzung zum Stand der Inklusion in der deutschen Theaterlandschaft geben. Moderation: Ella Burkhard (MaDiThea)

Im zweiten Teil (18:00 - 19:30 Uhr) kommen in einer kleinen Gesprächsrunde mit Jana Zöll, Anne-Cathrin Lessel (LOFFT) und Anna Weyrosta (TdJW) Akteurinnen der Leipziger Theaterszene über Inklusion und Theater in Leipzig zu Wort und ins Gespräch. Moderation: Melanie Gruß (Institut für Theaterwissenschaft, Tanzarchiv Leipzig e.V.)

Bitte melden Sie sich bis zum 03.07.2020 über die Hochschulgruppe MaDiThea zur Veranstaltung an. Vor Beginn erhalten Sie den Link zum Workshop per E-Mail.  

Die Performerin Jana Zöll, schreiend, auf einer Brücke am Fluss, Foto: Gianni Plescia
Die Performerin Jana Zöll, Foto: Gianni Plescia

Jana Zöll ist Schauspielerin, Performerin und Tänzerin. Sie absolvierte von 2004 bis 2008 eine Schauspielausbildung an der Akademie für darstellende Kunst Ulm (adk-ulm). Neben der Arbeit in freien Theaterprojekten erhielt sie 2014 für zwei Jahre ein Engagement am Staatstheater Darmstadt. Außerdem ist sie auf vielen Informationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Festivals zu finden, bei denen sie über Fragen von Inklusion und Theater spricht, berät, teilnimmt und unterstützt. Sie gibt Workshops unter anderem als Teil des in Köln stationierten Un-label-Teams, das aus Künstlern und Künstlerinnen besteht, die sich für die inklusive Gestaltung von Theaterarbeit einsetzen. In Leipzig ist sie vor allem mit ihrem Performancekollektiv POLYMORA Inc. vertreten, das im letzten Jahr zum Beispiel im LOFFT mit dem Stück „School of Shame“ zu sehen war.

Was für ne SCHEISZE #menschistmensch, #leavenoonebehind

Abschlusspräsentation zum Projektseminar von Diana Wesser

„social urban art 2 – Ost-West-Dialoge“

03.07.2020, 15:00-16:30 Uhr (via Zoom)

Über dreißig Jahre nach dem Ende der DDR stellt sich für junge Menschen in Leipzig, egal ob neu in der Stadt oder hier aufgewachsen, die Frage: „Was hat das mit mir zu tun?“ Die veränderten Lebensverhältnisse in Leipzig und Ost-Deutschland und die Brüche in den 1990er Jahren untersuchten wir in diesem TPT-Seminar in performativen Ost-West-Dialogen. Zum Abschluss des Seminars präsentieren die teilnehmenden Studierenden multimediale Performances, Hörstücke und Filme, die speziell für den digitalen Raum entwickelt wurden. Sie entstanden auf der Basis von Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen und Recherchen im Stadtraum, im eigenen Wohnhaus und im Familienalbum. 

Zur Abschlusspräsentation am 3. Juli, 15-16:30 Uhr laden wir herzlich ein. Bei Interesse senden Sie bitte eine E-Mail an Diana Wesser. Sie bekommen dann einen Zoom-Link und ein Passwort zugesandt.

Es präsentieren: Verena Brink, Bella Enderlein, Carolina Christ, Marlene Festag, Lisa Kruse und Philip Riediger

"In the Morning there is meaning, in the evening there is feeling" (Gertrude Stein)

Szenisches Projekt mit Antonia Baehr im Wintersemester 2019/2020

Antonia Baehr: „In diesem szenischen Projekt werden wir verschiedene Arbeitsweisen erproben, insbesondere die Arbeit mit Partituren, Verträgen, Performance, Choreografie, und Stimmarbeit… Wir werden über­wiegend praktisch miteinander arbeiten, zu zweit, zu dritt und in der Gruppe. Wir werden Imitation und Nachahmung in eignen Performanceskizzen angehen. Wir werden feministische Partituren praktisch erkunden. Wir werden uns der Methode des »Alba Emoting« annähern (diese Technik beabsichtigt, die Körpermuster von sechs so genannten »universellen Basisemotionen« aus Atem­rhythmus, Körperhaltung und Gesichtsausdruck einzunehmen: Freude, Trauer, Wut, Angst, erotische Liebe und Zärtlichkeit. Aus diesen sechs Basisemotionen werden dann alle weiteren Emotionen gemischt, vergleichbar mit den Primärfarben in der Malerei). Wir werden Partituren und kurze Stücke für einander schreiben und spielen, die auf zeitverschobenen Portraits basieren. Dafür werden wir uns mit Zeitlichkeit und dem Begriff des »Temporal Drag« (Elizabeth Freeman) befassen. Vor allem werden wir unsere eigenen Performances entwickeln und spielen.“

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