Datum/Uhrzeit: bis Uhr
Art: Ringvorlesung, Präsenz
Ort: Hörsaal 11, Campus Augustusplatz
Referent:in: Prof. Dr. Anja Klöck, Schauspielinstitut „Hans Otto“, HMT Leipzig
Veranstaltungsreihe: Ringvorlesung „Grenzen, Umbrüche, Transformationen. Künste und Kulturen vor und nach 1989/90“

Wir laden herzlich ein, mit unseren Gästen einen Rückblick auf die Verflechtungen von Kulturen, Künsten und Politiken in der DDR und Positionsbestimmungen künstlerischer Praxis in der Gegenwart, 35 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung zu werfen.

Prägte in der Bundesrepublik ein einfühlendes, rollenidentifikatorisches Spiel die Schauspielausbildung, während in der DDR eine analytisch-distanzierte, handwerklich geprägte und technisch versierte Herangehensweise vermittelt wurde? Ausgehend von den Transformationsprozessen und Debatten über kulturelle Ost-West-Unterschiede in den frühen 1990er Jahren eröffnet der Vortrag einen differenzierteren Blick auf die staatlich alimentierte Schauspielausbildung in der DDR. Am Beispiel der Theaterhochschule in Leipzig (1953 gegründet, aufgelöst 1992) werden die Aushandlungsdynamiken und Widersprüche eines staatlich gesteuerten, in Lehrplänen kodifizierten Verständnisses von berufsmäßigem Schauspielen aufgezeigt sowie die daraus entstandenen Spielräume zwischen staatsideologischen Vorgaben, institutioneller Umsetzung und künstlerischer Praxis.
 
Kurzbiografie:
Prof. Dr. Anja Klöck lehrt seit 2003 Szenenstudien, Theater- und Schauspielgeschichte, Schauspiel- und Performance-Theorien am Schauspielinstitut der HMT Leipzig. Sie studierte Sprechtheaterregie, Theater Studies, Theaterwissenschaft und Theaterhistoriografie an den Universitäten in Canterbury (UK), München und Minneapolis (USA), wo sie bei Michal Kobialka promovierte. Sie arbeitet in den Bereichen Regie, Dramaturgie, Text und Performance. Von 2006 bis 2013 leitete sie ein DFG-Forschungsprojekt zur Schauspielausbildung in Deutschland zwischen 1945 und 1989. 2016 habilitierte sie sich an der LMU München. Sie leitet die Arbeitsgruppe Schauspieltheorie der Gesellschaft für Theaterwissenschaft und hat seit 2019 die Schriftleitung der Schriftenreihe der HMT Leipzig (Olms/Nomos) inne.