Theaterwissenschaft in Leipzig gibt es in unterschiedlichen Institutionen schon seit 1922. An der Universität wurde unser Institut im Dezember 1993 gegründet und nahm dann zum Wintersemester 1994/95 den Lehrbetrieb auf. Seither erfolgte der kontinuierliche Ausbau des Instituts und seines Kernprofils zu einem wichtigen Standort theaterwissenschaftlicher Forschung und Lehre im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.

Publikum steht um einen weißen Kubus auf dem Leipziger Marktplatz, den Blick zum alten Rathaus gerichtet
Woyzeck, Büchner-Projekt auf dem Leipziger Markt 2018, Foto: Patrick Primavesi

20 Jahre Theaterwissenschaft in Leipzig

Im Jahr 2014 feierte das Institut sein zwanzigjähriges Bestehen und wurde mit dem renommierten Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ geehrt. Im gleichen Jahr wurden jedoch, im Rahmen landesweiter Kürzungen bei den Universitäten und Fachhochschulen, umfangreiche Stellenstreichungen beschlossen, die den weiteren Bestand des Instituts gefährdeten. Eingeleitet durch eine große Solidaritätsveranstaltung im Schauspiel Leipzig mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern aus Leipzig und der Region gab es eine Welle des öffentlichen Protestes. Zahlreiche nationale und internationale befreundete Institutionen und Persönlichkeiten bekundeten solidarisch ihre Unterstützung. Hinzu kamen eine erfolgreiche Petition (mit über 16.000 Unterschriften) und eine Vielzahl weiterer Aktionen für den Erhalt des Instituts, für den sich auch die Stadt Leipzig in besonderem Maße eingesetzt hat.

Neustart 2016

Durch Verhandlungen mit der Universitätsleitung und dem Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst konnte eine teilweise Kompensation der Kürzungen und die Absicherung der Studiengänge auch im Hochschulentwicklungsplan erreicht werden. Die Studiengänge der Theaterwissenschaft im Bachelor und Master wurden zum Wintersemester 2016/17 stärker vernetzt und neu strukturiert. 2016 wurde das Centre of Competence for Theatre (CCT) gegründet, das die Kooperationen mit den Praxispartnern in der Region intensiviert und besser sichtbar macht, eigene Forschungsprojekte durchführt und gemeinsam mit dem Institut auch die künstlerische Gastprofessur Bertolt Brecht der Stadt Leipzig organisiert.

Theaterwissenschaft LE goes public!
Feierliche Eröffnung des Centre of Competence for Theatre (CCT) am 27.10.2016

Feierliche Eröffnung des Centre of Competence for Theatre (CCT) am 27.10.2016

ehemalige Lehrbeauftragte und Gastdozenturen

Die enge Vernetzung mit der Theaterpraxis und zukünftigen Berufsfeldern prägt seit jeher das Profil des Leipziger Instituts. Das Lehrangebot enthält daher jedes Semster mehrere Veranstaltungen zum Transfer von Theorie und Praxis. Neben der Gastprofessur Bertolt Brecht der Stadt Leipzig unterstützen uns bei diesen Angeboten externe Lehrbeauftragte und künstlerische Gastdozierende. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die Lehrbeauftragten und Gastdozenturen sowie ihre Veranstaltungen der vergangenen Semester.

  • Sommersemester 2020
    • Stephan Schnell, M.A.: Das Lieblingsspiel. Aktuelle Positionierungen und Konzepte im Amateurtheater
    • Diana Wesser (Künstlerin): Social Urban Art 2 - Ost-West-Dialoge
    • Adele Dittrich Frydetzki, Lisa Dressler, Dana Soubh: Willkommen Anderswo - Wider aller Grenzen
  • Wintersemester 2019/2020
    • Tobias Prüwer (Journalist): Das Handwerk der Kritik
    • Diana Wesser (Künstlerin): Social Urban Art – Von der ersten Idee bis zur Konzeptpräsentation
  • Sommersemester 2019:
    • Rico Dietzmeyer, Christoph Püngel, Franziska E. Schubert (Theaterwissenschaftlerinnen und Theaterwissenschaftler): Akteure, Figuren/Masken, Improvisation … Turandot – Erarbeitungsstadien einer Theatererzählung von Compania Sincara
    • Prof. Dr. Günther Heeg, Salya Föhr, Sophia-Charlotte Reiser, Henrike Schmidt, Dana Soubh, Helena Wölfl (Theaterwissenschaftlerinnen und Theaterwissenschaftler): Lass dich/mich verführen. Mir Brechts Hauspostille durch Leipzig, Seminar und szenisches Project (Reenactment Walk) für das 16. Symposium der International Brecht Society „Brecht unter Fremden“
    • Andrea Hensel (Theaterwissenschaftlerin): Geht nicht gibt’s nicht! Ein praktisches Seminar zu Veranstaltungsorganisation
    • Anja-Christin Winkler (Künstlerin): Brecht mit Brecht multiplizieren
  • Wintersemester 2018/2019
    • Dr. Corinna Kirschstein (Theaterwissenschaftlerin): Affectus ostentatio. Affekte und Subjektkonstitution im 18. Jahrhundert
    • Jane Viola Felber und Franz Knoppe (Künstlerin und Künstler): Aufstand der Geschichten: Das Projekt neue unentd_ckte narrative zwischen Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft 
    • Anja-Christin Winkler und Thomas Hertel (Künstlerin und Künstler): Brecht mit Brecht multiplizieren
    • Dimo Rieß (Journalist Leipziger Volkszeitung): Die journalistische Theaterkritik
  • Sommersemester 2018
    • Dominik Eichhorn, M. A. (BDAT Bildungsreferent): Quality Theatre‘ zwischen Zeitgeist, Experiment und Tradition? Nutzen, Wirkung und Strahlkraft des Deutschen Amateurtheaterpreises „amarena"
    • Lutz Hillmann (Intendant Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen): Die Kraft des Theaters in der Vorstellung 
    • Dr. Corinna Kirschstein (Theaterwissenschaftlerin): „Extravagante Inventionen“ – Theater und das Wunderbare zu Beginn des 18. Jahrhunderts, Theater und Theater/Diskurse um 1700 
    • Dr. Elisabeth Nehring (Tanzwissenschaftlerin): Tanzkritik / Schreiben und Sprechen über Tanz, Swantje Nölke (Theaterpädagogin): Club Convention – Festival der partizipativen Theaterspielclubs 
    • Anja-Christin Winkler (Künstlerin): Szenische Interpretation „Cosi fan tutte“
    • Prof. Dr. Klaus Zehelein (Dramaturg): Shakespeare und Verdi
  • 2017/2018
    • Hermann Heisig, Diana Wesser (Künstlerin und Künstler): Szenisches Projekt Lindenau Re-Visited
    • Irina Pauls (Choreografin): Szenisches Projekt zu den Dramenfragmenten „Die Maltheser. Tragödie“ von Friedrich Schiller
  • 2016/2017
    • Eva Ellerkamp (Schauspielerin, Regisseurin und Musiktherapeutin): Heyoka Theater
    • Fabiane Kemmann: Die Maßnahme 
    • Irina Pauls (Choreografin): ShortCuts & U-Turns
    • Prof. Dr. Eiichiro Hirata: Von der Tradition bis zur Gegenwart. Eine Begegnung mit „japanischem“ Theater
    • Prof. Dr. Francesco Fiorentino: Brecht und die Medien
    • Chiten (Künstlerkollektiv Kyoto): Workshop mit der japanischen Theatergruppe
  • 2015/2016
    • Prof. Dr. Klaus Zehelein (Dramaturg): Seminar und Kolloquium über die Spielpläne sächsischer Theater 2015/2016
    • Doris Uhlich (Choreografin und Performance-Künstlerin): Universal Dancers in LE
  • 2014/2015
    • Janez Janša (slowenischer Performance-Künstler und –Theoretiker): Performing Document
    • Naoko Tanaka (japanische Bildende Künstlerin): Licht und Schatten
    • Lars Krüger (Theaterwissenschaftler): Reenacting Heiner Müller „Der Bau“
  • 2013/14
    • Michael Vogel (Künstlerischen Leiter der Familie Flöz): Masken in der Theaterpraxis
    • Heike Hennig (Regisseurin und Choreographin): CRYSTAL – Rausch-Performance-Podiumsdiskussion
    • Helmut Schäfer: Komik Macht Ohnmacht
    • Bettina Frank: Actbox
  • 2012/2013
    • Milo Rau (Schweizer Regisseur, Theaterautor, Essayist und Wissenschaftler): Schau-Prozesse
    • Lindy Annis: Gesten in Leipzig – eine performative Bestandsaufnahme
    • Ole Frahm, Torsten Michaelsen (LIGNA): Gymnastik, Bewegungschöre und Gesten
  • 2011/2012
    • Stephan Wolf-Schönburg: Worte bewegen
    • Dr. Marita Tatari: Das Drama als gegenwärtiger Begriff
    • Erdmute und Waclaw Sobaszek (künstlerische Leiter des Dorftheaters Wegajty): Besucher (Teil 2)
    • Jörg Wesemüller: Konsum der Romantik oder Einsamkeit und Sex und Leipzig
  • 2010/2011
    • Sophia New (Performance-Künstlerin): The Monday Walk
    • Ole Frahm, Torsten Michaelsen (LIGNA): Bewegungschöre / Arbeiten im öffentlichen Raum
    • Erdmute und Waclaw Sobaszek (künstlerische Leiter des Dorftheaters Wegajty): Besucher (Teil 1)
    • Michael Freundt: „Ost-West-Passagen“. Ästhetische Tendenzen und künstlerische Mobilität im europäischen Theater / Neue Impulse aus dem Osten
  • 2009/2010
    • Wolfgang Engel: Der Freiheitsbegriff in Wilhelm Tell oder Die Erfindung der Schweiz durch Friedrich Schiller
    • Britta Wirthmüller (Performerin, Tänzerin und  Choreographin): „Schreibstück“ von Thomas Lehmen
    • Laurent Chétouane (Regisseur): Arbeiten mit Proben-Aufzeichnungen
    • Bettina Idler-Milz: Räume für den Tanz. Choreographie im Kontext der Künste
  • 2008/2009
    • Gardi Hutter (Schweizer Schauspielerin, Autorin, Clown-Komödiantin): Buffone/Clown: Maske, Figur, Schauspielkunst. Vom Einfall zum szenischen Spiel
    • Uwe Bautz (Dramaturg): Neue Räume und Dramaturgien des (Stadt)theaters
    • Christine Standfest: Aischylos – (Müller) – Jelinek: Tragödie – Stimmen – Sprechen. Politics? What politics?
    • Leif Magne Tangen (Kurator und Kritiker, Norwegen): The turn of the producer. When the border between artists and producers is blurred
  • 2007/2008:
    • Küf Kaufmann (Autor, Regisseur und Kabarettist): Clash of Cultures? Von der eigenen und von fremden Kulturen erzählen
    • Susanne Winnacker (Theaterwissenschaftlerin und Regisseurin): Visuelle Dramaturgie
    • Figurentheater Wilde & Vogel: Werkstattprojekt zum praktischen Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft
    • Dr. Dirk Pilz: Theaterkritik: Theorie und Praxis
  • 2006/2007
    • Volker Lösch (Theaterregisseur): Gewalterfahrungen – Grenzerfahrungen
    • Stephan Suschke (Theaterregisseur, Intendant und Autor): Kollektives Lesen – Heiner Müller Der Auftrag

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