Inhalte des Studiums

Der Masterstudiengang „Musikwissenschaft: Musik als Kunstwerk und kulturelle Praxis“ baut konsekutiv auf musikwissenschaftliche (u.a. musikbezogene) BA-Studiengänge auf und ist größtenteils forschungsorientiert. Er bietet ein breites inhaltliches Spektrum von Lehrangeboten, das Ihnen Kompetenzen für vielfältige Berufstätigkeiten in der Forschung und im Musikbetrieb vermittelt. Deren gemeinsames Kennzeichen besteht in einer doppelten Perspektive, die die ästhetischen und kulturellen Dimensionen von Musik gleichermaßen berücksichtigt. Themengebiete sind Musikgeschichte, Musiksoziologie und Musikphilosophie, Instrumentenkunde, Tonsatz/Analyse, berufsfeldspezifische Qualifikationen sowie interdisziplinäre geisteswissenschaftliche Angebote. Besondere Schwerpunkte liegen in den Bereichen: Wertung, Rezeption und mediale Erscheinungsformen von Musik, Kulturtransfers und Identitätskonzepte, musikalische Gattungen, zeitgenössische Musik, Urbanität (insbesondere mit Beispielen aus der "Musikstadt" Leipzig). Außerdem werden Methoden der Digital Humanities vermittelt. Die Kooperation mit zahlreichen Musikinstitutionen Leipzigs und der Region Mitteldeutschland ermöglicht es Ihnen, Spezifika musikbezogener Berufsfelder kennenzulernen und musikwissenschaftliche Kompetenzen praxisnah anzuwenden.

Musikgeschichte ist Teil der Geschichts-, Kunst- und Kulturwissenschaften. Sie erforscht musikbezogene Produkte (Kompositionen), Praktiken, Akteur/innen und deren Kontexte aus einer primär historischen Perspektive. Historisch orientierte Musikwissenschaft beschäftigt sich mit der Entstehung, Notation, Struktur, klanglichen Wiedergabe, Funktion und Wirkung von Musik. Sie erforscht die Geschichte von Musiktheorie und -ästhetik, des intermedialen Zusammenwirkens mit anderen Künsten, der eigenen Wissenschaft, ihrer Methoden, Institutionen und Wirkungsmöglichkeiten. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der europäischen Kunstmusik, doch werden auch populäre und globale Musikkulturen einbezogen.

Musiksoziologie und Musikphilosophie nähern sich dem Gegenstand Musik aus einer "systematischen" Perspektive: durch die Untersuchung der gesamten soziokulturellen Breite dessen, was wir als "Musik" bezeichnen, und durch die Reflexion über die damit verbunden Grundbegriffe (z.B. Musik als Kommunikation, Praxis, Werk etc.). Beides schließt eine historische Perspektive und nicht zuletzt eine gegenstandsbezogene (innermusikalische) Herangehensweise mit ein und befindet sich daher grundsätzlich im Dialog mit anderen Disziplinen der Musikforschung (intradisziplinär) wie auch mit anderen Fächern (transdisziplinär).

In der Instrumentenkunde/Organologie werden Systematik und Klassifikation von Musikinstrumenten bzw. auditiven Objekten verhandelt, ebenso wie Gesichtspunkte von Herstellung und Handel, Material und Konzept, Schrift und Klang, Spieltechnik und Aufführungspraxis, Akustik und Hörerfahrung, Nomenklatur und Stimmung.

Der Bereich Tonsatz/Analyse vermittelt kompositionsanalytische und -technische Kenntnisse und Fertigkeiten insbesondere zur Musik des 20./21. Jahrhunderts.

Zu den berufsfeldspezifischen Qualifikationen zählen insbesondere journalistisches Schreiben, Editions- und Lektoratstechnik sowie Museologie.

 

Aufbau des Studiums

Der Studiengang hat einen Umfang von 120 Leistungspunkten (LP). Davon entfallen 30 auf die Masterarbeit. Die Module bestehen in der Regel aus zwei Lehrveranstaltungen und haben einen Umfang von 10 LP. Sie belegen zwei Pflichtmodule: ein Einführungsmodul sowie ein Modul zur wissenschaftlichen Orientierung. Wahlpflichtmodule ermöglichen Ihnen die Vertiefung eines selbst gewählten Studienschwerpunkts: Zur Wahl stehen neun Module aus dem Angebot des Instituts für Musikwissenschaft sowie weitere Module fachnaher Studiengänge. Hieraus wählen Sie sechs Wahlpflichtmodule gewählt, wobei maximal ein Modul eines fachnahen Studiengangs angerechnet werden kann. Außerdem belegen Sie wird entweder ein berufspraktisches Modul oder ein Modul für ein gemeinsames Forschungsprojekt belegt, bei dem mehrere Studierende zusammenarbeiten.

Berufliche Perspektiven

Der Studiengang vermittelt Ihnen eine wissenschaftliche Grundlage für eine spätere Berufstätigkeit an Forschungs- und Editionsinstituten, Musikhochschulen, Universitäten, Konzerthäusern, Musiktheatern, Musikschulen, Musikverlagen, Presseorganen (Musikkritik), Rundfunk, Fernsehen, kommunalen und staatlichen Organen der Kulturverwaltung, weiteren Bereichen der Musikproduktion und Institutionen der Erwachsenenbildung.

Wichtige Dokumente