Frau Prof. Dr. Dorothea Redepenning (Universität Heidelberg):
FRANZ LISZT UND RUSSLAND
Als reisender Klaviervirtuose gastierte Franz Liszt mehrfach im russischen Reich; er lernte die dortige Musikszene, Komponisten und ihre Werke kennen. Was er dort hörte, begeisterte ihn, und er arrangierte vieles für Klavier. Auf diese Weise machte er Musik aus Russland in Westeuropa bekannt. Als Weimarer Hofkapellmeister etablierte er die Symphonische Dichtung als zeitgemäße poetisch inspirierte Gattung. Das nahmen die russischen Komponisten, sowohl das Petersburger „Mächtige Häuflein“ als auch Anton Rubinstein und Pjotr Tschaikowsky, zum Modell. Ihre Vorliebe für programmsymphonische Musik, für literarische und mythologische Sujets in der Instrumentalmusik – man denke etwa an Modest Mussorgskis Nacht auf dem Kahlen Berge, Nikolai Rimski-Korsakows musikalisches Bild Sadko oder Tschaikowskys literarisch inspirierte Orchesterfantasien – all das geht auf Liszt zurück. Liszt seinerseits engagierte sich für die Verbreitung dieser Werke in der westlichen Welt. Nach der Gründung des Allgemeinen deutschen Musikvereins (ADMV) 1861, zu dessen Gründungsmitgliedern Liszt gehörte, gelangten regelmäßig Werke russischer Komponisten in die Konzertprogramme.
Die Vorlesung zeichnet die wechselseitigen Beziehungen nach, geht auf die (französisch geführte) Korrespondenz zwischen Liszt und seinen russischen Kollegen ein, und veranschaulicht Liszts Wirken als „Netzwerker“ für die russische Musik.
Lektüreempfehlung: Liszt-Jahrbuch Bd. 4 (2021/22): Liszt und Osteuropa.
Dies academicus am 2.12.2025, 19:00 Uhr
29. Hugo Riemann-Vorlesung am Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig
https://www.gkr.uni-leipzig.de/institut-fuer-musikwissenschaft/newsdetail/artikel/29-hugo-riemann-vorlesung-am-institut-fuer-musikwissenschaft-der-universitaet-leipzig-2025-11-17
29. Hugo-Riemann-Vorlesung am Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig
Frau Prof. Dr. Dorothea Redepenning (Universität Heidelberg)
FRANZ LISZT UND RUSSLAND
Termin: 2.12.2025, 19:00 Uhr
Ort: Hörsaal SK-302 des Instituts (Neumarkt 9-19, Aufgang E, 3. Etage)
Erstellt von: Prof. Dr. Stefan Keym