Dank der Digital Humanities lässt sich Repertoireforschung heute mit Massendaten betreiben.
Erst der überregionale Vergleich ermöglicht es, Daten einzelner Institutionen historisch
einzuordnen. Den Ausgangspunkt bilden Leipziger Institutionen, die im 19. Jh. eine
Modellfunktion für den bürgerlichen Musikbetrieb ausübten (Konzerte, Verlage). Neben
statistischen Kriterien werden auch ästhetische und ideologische Aspekte der Rezeption und
Kanonbildung einbezogen. Kooperationspartner sind u.a. das Gewandhaus, das Sächsische
Staatsarchiv Leipzig, das Deutsche Musikarchiv und die SLUB Dresden.

Projekte

Klaviere mit Selbstspiel-Vorrichtung, so genannte Player Pianos, funktionieren mit langen gelochten Papierrollen, auf denen sämtliche für ein Klavierstück relevanten Informationen gespeichert sind. Auf guten Instrumenten bzw. per Midi-file abgespielt, bieten sie exzellente Kenntnisse über den Stil der Interpretation sowie über die Beliebtheit bestimmter Kompositionen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In den Anfangsjahren der akustischen Tonaufzeichnungen, den Jahrzehnten um 1900, nahmen die Klavierrollen eine wichtige Position ein. Leipzig stand dabei mit seinen namhaften Fabriken für Klavier- und Automatenbau im Zentrum. Seit wenigen Jahren finden diese frühen Toninformationsträger international größere Beachtung. Das hiesige Projekt beleuchtet explizit die in Leipzig hergestellten Klavierrollen.

Untersuchungen zu Präsenz und Rezeption "ausländischer" Orchesterwerke im Leipziger Musikleben 1835–1914

Prof. Dr. Stefan Keym

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

DFG-gefördertes Forschungsprojekt und Teil des Projektverbundes "Wissensrohstoff Text – Digital Humanities an der Universität Leipzig" (WRoTe), gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und den Freistaat Sachsen.