Die „Musikgeschichte vor Bach“ ist unwiderruflich verklungen und doch fortwährend lebendig. Ihr klangliches Erscheinungsbild – eine spekulative Rekonstruktion dessen, wie es eigentlich geklungen – wirkt oft befremdend. Aber ohne den Gregorianischen Choral, die Notre-Dame-Schule, ohne Josquin Desprez und Claudio Monteverdi sind auch Bach, Beethoven und die Beatles nicht denkbar. Zugleich muss man die Musik vor 1700 aus dem „alteuropäischen“ Kulturzusammenhang verstehen, aus oft fremden, befremdenden philosophischen Überzeugungen, gesellschaftlichen Strukturen und musikalischen Praktiken.