Nachricht vom

Das Institut für Kunstgeschichte trauert um Thomas Topfstedt.
(18. Februar 1947 – 6. Dezember 2021)

Sein Tod kam für die meisten von uns unerwartet und schmerzt alle, die ihn gekannt haben. Wir, die Lehrenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Studierenden sowie die Absolventinnen und Absolventen des Instituts für Kunstgeschichte, erinnern uns an Thomas Topfstedt als einen engagierten Lehrer, einen exzellenten Fachwissenschaftler, einen geschätzten Kollegen, anregenden Gesprächspartner und guten Freund.

Thomas Topfstedt lehrte seit 1984 an der Universität Leipzig; von 1993 bis 2012 als Professor für Kunstgeschichte an der heutigen Fakultät für Geschichte, Kunst- und Regionalwissenschaften. Seine Vorlesungen, Seminare und Kolloquien haben mehrere Generationen von Studierenden geprägt und deren beruflichen Werdegang beeinflusst. Die zahlreichen von ihm betreuten Abschlussarbeiten und Dissertationen zeugen bis heute von seinem großen Engagement als akademischer Lehrer und vom breiten Spektrum seiner fachlichen Interessen.

Prägend war auch das institutionelle Wirken von Thomas Topfstedt. In seine Zeit als kommissarischer Leiter (1990–1993) und als Geschäftsführender Direktor (1993–1996) fielen entscheidende Weichenstellungen für die Entwicklung des Instituts für Kunstgeschichte. 1997–1998 übernahm er das Amt des Dekans und 1998–1999 das des Prodekans der Fakultät.

Weit über die Universität Leipzig hinaus hat sich Thomas Topfstedt als einer der herausragenden Experten für Städtebau, Architekturgeschichte und Geschichte der Denkmalpflege in Mitteldeutschland, insbesondere in der DDR-Zeit, profiliert. Thomas Topfstedts Renommee auf diesem Gebiet äußert sich in einer langen Liste von Fachpublikationen und seiner Mitgliedschaft in zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen, darunter beispielsweise die Historische Kommission und die Kommission für die Kunstgeschichte Mitteldeutschlands der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, die Sächsische Akademie der Künste/ Klasse Baukunst und der Denkmalrat für Sachsen. Als gefragter Experte beteiligte er sich an wissenschaftlichen Tagungen, aber auch an öffentlichen Diskussionsrunden zur Baukultur in Mitteldeutschland.

Thomas Topfstedts intellektuelle Neugier und Offenheit ging weit über sein Fachgebiet hinaus. Seine Affinität zu Musik, Theater und Literatur, seine Reisefreudigkeit und die damit verbundene stupende Denkmälerkenntnis machten ihn ebenso zu einem geschätzten Gesprächspartner wie seine Geselligkeit, sein Humor und seine selbst durch zunehmende körperliche Beeinträchtigungen ungebrochene Lebensfreude.

Wir werden ihn sehr vermissen.

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