Veranstaltung am

Veranstaltungsort: Am Kanal 2, 04179 Leipzig

Veranstaltung im Rahmen der Ringvorlesung "beyond debates: de/colonial practices in and across academia". Mit Lukas Pfalzer, Susanne Hopmann und Gästen

IN THE SEMI PUBLIC
Veranstaltung mit Lukas Pfalzer, Susanne Hopmann und Gästen

Beschreibung der Veranstaltung: 

Seit 2021 entwickeln wir eine Kleingartenparzelle der alten Baumwollspinnerei zum Begegnungsort. Es ist ein nicht-kommerzieller und nicht-institutioneller Ort. Die Gärten wurden 1907 angelegt, sie stehen in Verbindung mit der Baumwollspinnerei unter Denkmalschutz. Zur gleichen Zeit wurden in den “deutschen Schutzgebieten“, im heutigen Tansania, im Auftrag der Baumwollspinnerei 30.000 ha Land urbar gemacht. Mit dem Ziel dort Baumwolle anzubauen.Die Architektur der Gärten ist in Zentralperspektive zur Fabrik hin ausgerichtet. Sie wurden repräsentativ hinter die Gemüsebeete gesetzt, sie schaffen keine Privatsphäre, sondern eine Bühnensituation. In der Form des Kleingartens ist das Halböffentliche nachvollziehbar angelegt. Wir bewegen uns im Privatraum und sind trotzdem sichtbar und hörbar für die Menschen außerhalb des Gartens. Der öffentliche Raum ermöglicht Sichtbarkeit, der private Raum Schutz. Beides brauchen wir um Begegnungen zu ermöglichen.

Wie wirkt sich dieser Grenzbereich von Privatem und Öffentlichem auf die Produktion von Un/sichtbarkeit aus? Diese Ökonomie von Sichtbarkeit interessiert uns in Hinsicht auf die Dimension von Geschichte, die unsichtbar bleibt oder auch im Sichtbaren versteckt bleibt. Wir fragen uns wie die koloniale Maschinerie in der Laube sichtbar wird und wie wiederum der Garten selbst sichtbar dekolonisierbar ist.

Anhand von realen und virtuellen Materialitäten stellen wir translokale und transtemporale Verbindungen her, als Gegenstand für Gespräche und Interventionen.