Übersicht Wintersemester 2025/26
Beziehungsgeschichte(n) zwischen Juden und Nicht-Juden im östlichen Europa: Historische und literaturwissenschaftliche Perspektiven
Im östlichen Europa lebte seit der Neuzeit ein Großteil der weltweiten Judenheiten bis zum Massenmord während der Shoah im Zweiten Weltkrieg. Die interdisziplinäre Lehrveranstaltung der Literaturwissenschaftlerin Anna Artwińska und der Historikerin Maren Röger stellt die Beziehungsgeschichten zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Bevölkerungsgruppen in den Gebieten der heutigen Staaten Polen, Ukraine und Tschechien in den Fokus, und bietet dabei einen Überblick vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Dabei geht es um Politiken und Perzeptionen, um Imagination und Ideologie, um jüdisch-slavische Literaturen sowie um Erzählungen und Erinnerungskultur.
Zeit: Di., 11.15 – 12.45 Uhr
Ort: HSG/HS 7
Beginn: 21.10.2025
Teilnehmer:innen: max. 150
Geöffnet für das Seniorenstudium (max. 40)
Ukrainische Geschichte im Fokus der Geschichtsregionen
Geschichtsschreibung der Gebiete der heutigen Ukraine/ Rutheniens innerhalb Polen-Litauens entwickelten sich im Rückbezug auf die Rus’ seit dem Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit neben, mit und gegen polnische, osmanische und krimtatarische sowie litauische und belarusische, moskowitische, russländische und russisch-nationale Ausrichtungen. Das Seminar möchte neben unterschiedlichen Zugängen zur Ukraine bzw. zur Rus’, zum Vielvölkerreich Polen-Litauen und zum Russländischen Imperium Geschichtsentwürfe und ausgewählte (vor)nationale und imperiale erinnerungskulturell relevante Texte und geschichtsregionale Zuordnungen in ihren jeweiligen Aktualisierungen bis in die Gegenwart in einen gemeinsamen transregionalen Zusammenhang stellen: Ukrainische Geschichte wird so zum exemplarischen Zentrum osteuropäischer Geschichte. Spezielle Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich (sie werden jedoch begrüßt), die Lektürefähigkeit englischer Texte wird vorausgesetzt.
Zeit: Mi., 15.15 – 16.45 Uhr
Ort: SG SR 426
Beginn: 22.10.2025
Teilnehmer:innen: max. 40
(Geschichtsstudierende: 20; Wahlbereichsstudierende: 20)
Comperative and Transregional Research on Eastern Europe
Im Oberseminar/Kolloquium diskutieren wir im Entstehen begriffene Qualifikationsarbeiten zum östlichen Europa, betreut von Maren Röger (Historisches Seminar/GWZO) und Julia Herzberg (Global and European Studies Institute/GWZO), von der B.A.-Arbeit bis zur Dissertation. Zu den Terminen werden Teilkapitel, Einleitungsfragmente oder Gliederungsideen eingereicht, die im Gesamtkontext der Arbeit vorgestellt werden. Im Zentrum stehen die analytische Schärfung und argumentative Weiterentwicklung der Forschungen, zudem sollen Aspekte des Peer-Lernens in interdisziplinären Austausch gepflegt werden.
Teil des Kolloquiums sind zudem Gastvorträge, die Einblicke in neueste Forschungsfragen zum östlichen Europa behandeln. Das Kolloquium findet in mehreren Sitzungen mit weiteren erfahrenen Wissenschaftler*innen des GWZO statt, bei dem dann Geschriebenes im Detail diskutiert werden soll.
Ort: GWZO, Speck’s Hof, Reichsstr. 4-6, Aufgang A, 4. Etage, Konferenzraum
Beginn/Zeit:
Di., 21.10.25, 15.15 – 16.45 Uhr
Getting started: Getting to know each other, tropics, needs
Di., 04.11.25, 15.15 – 16.45 Uhr
Checkliste for clarifying topics
Mi., 05.11.25, 17.00 – 18.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der GWZO-Ringvorlesung, Dr. Alexandra Chiriac (GWZO) Interwar Romania and ist Art and Performance
Di., 18.11.25, 15.15 – 16.45 Uhr
How to structure a paper or a thesis?
Mi., 26.11.25, 17.00 – 18.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der GWZO-Ringvorlesung, Dr. Pierre de Tregomain (Sorbonne Nouvelle): Minderheiten in Rumänien
Fr.; 09.01.2026, 09.00 – 16.00 Uhr
Blocktermin zur Besprechung von Einleitungs- und/oder Kapitalentwürfen
Mi.: 14.01.2026, 17.00 – 18.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der GWZO-Rinvorlesung, Dr. Gaelle Fisher (GWZO): Holocaust und Zweiter Weltkrieg
Teilnehmer:innen: Studierende der Geschichtswissenschaft und vom GESI (Global and European Studies Institute)
Kolloquium zur Ost- und Südosteuropäischen Geschichte
Das Kolloquium soll fortgeschrittenen Studierenden die Möglichkeit geben, eigene Arbeiten (betreut von/an der Professur von Prof. Dr. Stefan Rohdewald) vorzustellen, neueste Forschungsliteratur zu diskutieren und zusammen mit Gastreferenten, Einblicke in laufende Forschungsschwerpunkte und -arbeiten auf dem Gebiet der Ost- und Südosteuropäischen Geschichte zu gewinnen.
Das für alle Interessierten offene Programm des Kolloquiums entnehmen Sie vor Beginn der Lehrveranstaltungen der Homepage des Lehrstuhls. Ist keine Arbeit in Betreuung, können alle oder auch einzelne Veranstaltungen ohne Einschreibung besucht werden.
Zusätzlich zur Einschreibung in Tool ist beim formalen Besuch des Moduls eine schriftliche Anmeldung unter: stefan.rohdewald(at)uni-leipzig.de erforderlich.
Zeit: Mi., 17.15 – 18.45 Uhr
Ort: SG SR 426
Beginn: 22.10.2025
Teilnehmer:innen: Studierende der Geschichtswissenschaft
Geöffnet für Seniorenstudium (unbegrenzt)
Europäizitäten, Orientalismen, Eurasismus: Vorstellungen von Europa, Asien und dem Orient im östlichen Europa nach 1800
Der „Balkan“ steht in Westeuropa für verbreitete negative, das Gebiet oft aus „Europa“ ausgrenzende Vorstellungen, während dort als Antwort die eigene Zugehörigkeit zu „Europa“ seit dem 19. Jahrhundert immer wieder beschworen wird. Auch Russland ist durch westeuropäische wie auch polnische und dann gerade russische Intellektuelle immer wieder als asiatisch oder uneuropäisch beschrieben worden – was zu Widerspruch oder zur trotzigen Selbstbeschreibung etwa als eurasisch geführt hat. Ausgehend von der Orientalismus-Debatte (Said) soll in der Lehrveranstaltung diskutiert werden, wie orientalisierende Blicke Westeuropas auf das südliche und östliche Europa vor Ort durch Selbsteuropäisierung und die Orientalisierung von Nachbarn oder Minderheiten beantwortet wurden und werden. Spezielle Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich (sie werden jedoch begrüßt), die Lektürefähigkeit englischer Texte wird vorausgesetzt.
Zeit: Do., 09.15 – 10.45 Uhr
Ort: SG SR 426
Beginn: 23.10.2025
Teilnehmer:innen: max. 40
(Geschichtsstudierende: 20; Wahlbereichsstudierende:15; Global and European Studies Institut – GESI: 5)
War and Einvironment in Eastern Europe in the 20th and 21the Centuries
People interact with nature and the environment differently in times of war than in times of peace. This makes the fault lines between controlling and depending on nature particularly visible. This course explores the intertwined histories of war and the environment in Eastern Europe from World War I to Russia's invasion of Ukraine. The course sheds light on the often-overlooked consequences of military conflicts, including the destruction of human lives, the division of societies, and the radical transformation of landscapes, ecosystems, and climate regimes. From the trenches of Galicia to the collapse of the Kakhovka Dam and from poison gas to nuclear testing, Eastern Europe emerges not only as a major battlefield but also as a region whose natural environments have been profoundly affected and altered by ongoing violence.
The seminar will examine the connection between war and nature from three different perspectives. The first aspect focuses on “war in nature.” How did soldiers, medics, and doctors perceive the landscape and nature in enemy territory? How did nature experienced in war or imagined on the home front influence the image of the enemy?
Those who know how to use nature can win wars. During World War II, for instance, the Germans reverently referred to snow and cold as "General Winter," believing he fought alongside the Soviet Union. The second aspect focuses on "war with nature." In what situations did combatants use geographical and climatic factors as a strategic means of warfare? By approaching wars as environmental processes, we view nature not as a passive backdrop to human action, but as an active participant. Animals, bacteria, viruses, rivers, weather, climate, mountains, and forests have sometimes shaped the course of wars more decisively than the decisions of generals or the outcomes of political negotiations.
The third approach examines military conflicts as a "war against nature." What ecological consequences did military conflicts and combat operations have? In this section, we will review the ecological consequences of Russia's invasion of Ukraine.
This course invites students to reflect on the historical co-production of war and the environment, as well as how the ecological legacies of mass violence continue to shape our lives. Throughout the semester, students will engage with a wide range of textual and visual sources, including films, propaganda posters, and museum exhibitions. This includes a planned visit to the Military History Museum in Dresden.
Zeit: Do., 15.15 – 16.45 Uhr
Ort: SG SR 426
Beginn: 23.10.2025
Teilnehmer:innen: max. 40
(Geschichtsstudierende: 15; Global and European Studies Institut - GESI: 25)
Konsumgeschichte des östlichen Europa nach 1945
Das Seminar fokussiert mehr auf den Bereich der Sozial- und Kulturgeschichte und konzentriert sich auf die alltäglichen Konsumgewohnheiten in den sozialistischen Ländern Osteuropas. Dadurch wird eine andere Logik der Entwicklung und des Wandels dieser Länder aufgezeigt und analysiert, als sie in der politischen Geschichte dargestellt wird. Das Problem der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den kapitalistischen Ländern im Bereich des Konsums wird ebenfalls beleuchtet, und die Frage der postsozialistischen Kritik am westlichen Diskurs wird aus erkenntnistheoretischer Sicht diskutiert.
Themen sind u. a.: Konsum und Konsumverhalten im kapitalistischen Westeuropa und im sozialistischen Osteuropa – Unterschiede und Gemeinsamkeiten; Konsum und Umverteilung. Netzwerke; Essen in den osteuropäischen Ländern - Rezepte und Kochbücher; Getränke und Rauchen - der Einzug von Coca und Pepsi Cola; Wohnen (was ist eine "Kommunalka") und Einrichtung; öffentliche Verkehrsmittel und privates Autofahren; Entwicklung des Tourismus; kultureller Konsum als Widerstand - Kleidung und die "Jeans-Revolution"; die musikalische "Kulturrevolution" – die Bedeutung von Beatles, Yugorok, Punk in den UdSSR.
Das Seminar umfasst eine Vorführung des Films "Eine kalte Coca-Cola im Kalten Krieg" mit anschließender Diskussion, sowie einen Besuch im „Museum Utopie und Alltag und dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR“ in Eisenhüttenstadt.
Teile der empfohlenen Literatur sind auf Englisch, die Lektürefähigkeit englischer Texte wird vorausgesetzt.
Zeit: Di., 09.15 – 10.45 Uhr
Ort: SG SR 426
Beginn: 21.10.2025
Teilnehmer:innen: max. 40
(Geschichtsstudierende: 20; Wahlbereichsstudierende: 15; Global and European Studies Institut - GESI: 5)