zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Eine rotfigurige Scherbe aus dem Depot des Antikenmuseums (Foto: Marion Wenzel)
Eine rotfigurige Scherbe aus dem Depot des Antikenmuseums (Foto: Marion Wenzel)

Allgemeine Informationen

Im Zentrum der Klassischen Archäologie stehen materielle Hinterlassenschaften der Kulturen des Mittelmeerraumes von der griechischen Bronzezeit (des 2. Jahrtausends v. Chr.) bis zur allmählichen Auflösung des römischen Reiches im 5. Jahrhundert n. Chr. Traditionelle Schwerpunkte des Faches liegen im Bereich der Kunst- und Kulturgeschichte der griechischen und römischen Antike mit ihren wichtigsten Metropolen Athen und Rom, deren heutige Stadtbilder immer noch durch deutliche Spuren ihrer antiken Geschichte geprägt sind. Berücksichtigung finden auch ländliche und städtische Gebiete Nordafrikas, Kleinasiens, Südfrankreichs und der iberischen Halbinsel mit ihren wichtigen urbanen Zentren wie Alexandria, Ephesos, Milet oder Pergamon. Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich damit von der Atlantikküste bis in den Vorderen Orient und zum indischen Subkontinent. Besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung von Leben und Lebensraum in antiken Gesellschaften. Dadurch widmet sich das Fach zum einen den historischen Grundlagen für die nationalstaatlich geprägten Kulturen des modernen Europa. Zum anderen ermöglicht es, in historischer Dimension grundlegenden und aktuellen Themen des gesellschaftlichen Zusammenlebens nachzugehen, wie etwa der Konstruktion von „eigen“ und „fremd“.

Archäologische Materialien werden durch eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden erschlossen und interpretiert. Neben die traditionellen Ausgrabungen und Oberflächenbegehungen (Surveys) sind naturwissenschaftliche Methoden wie Geophysik, Paläobotanik oder Archäozoologie von großer Bedeutung für Interpretationen der Antike. Besondere Bedeutung kommt den Methoden zur Erforschung bildlicher Überlieferungen in den unterschiedlichsten Gattungen und deren Tradition zu. Das Verständnis materieller Kultur im kulturgeschichtlichen Kontext ermöglicht darüber hinaus auch die Erarbeitung kulturwissenschaftlicher Modelle. Thematisiert werden beispielsweise Diskurse um soziale Rollen in einer antiken Gesellschaft. Diese Vielfalt an Methoden ergibt für die archäologische Tätigkeit ein Zusammenspiel aus handwerklicher Praxis (zum Beispiel im Rahmen einer Grabung oder im Museum) und theoretischer Modellbildung.

Durch die bildbasierte Lehre im Bereich der Klassischen Archäologie eignet sich das Studium zum Erlernen von Schlüsselkompetenzen wie der Visualisierung wissenschaftlicher Fragestellungen und Lösungsansätze. Die enge Einbindung des Leipziger Antikenmuseums, der Lehr- und Studiensammlung antiker Originale und der Gipsabguss-Sammlung in die Lehre ermöglicht den Studierenden, archäologische Methoden unmittelbar am Objekt zu erlernen und zugleich praktische Kompetenzen für die berufliche Zukunft zu erwerben. Damit werden die Grundlagen für eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten und Forschen in den archäologischen Disziplinen gelegt und zugleich, durch den Erwerb von Schlüsselqualifikationen, Perspektiven für fachnahe Tätigkeiten im Bereich von Museen, der Denkmalpflege, Verlagen und anderen Kultureinrichtungen eröffnet.

Der Lehrbereich Klassische Archäologie bildet an unserer Universität Leipzig zusammen mit der Ur- und Frühgeschichte und der Alten Geschichte eine zentrale Säule des Bachelorstudiengangs Archäologie und Geschichte des Alten Europa. Der Aufbau des Studiengangs trägt einem ausgewogenen Verhältnis von Theorie und Praxis Rechnung, indem in verschiedenen Lehrformen Fachwissen und methodische Fertigkeiten im Umgang mit materiellen Kulturgütern und -phänomenen vermittelt werden. Gemeinsam mit der Ur- und Frühgeschichte bietet der Lehrbereich der Klassischen Archäologie den Master-Studiengang Archäologie der Alten Welt an.

Der Beginn archäologischer Lehrtätigkeit an der Leipziger Universität geht auf den Professor für Poesie JOHANN FRIEDRICH CHRIST zurück, der ab 1735 den Studierenden erstmals Zeugnisse antiker Kunst zur kritischen Beurteilung vorlegte und damit den akademischen Archäologie-Unterricht in Deutschland einleitete. Kaum 100 Jahre später erfolgte 1834 die Gründung einer „antiquarischen Gesellschaft“, aus der 1874 als feste Universitätseinrichtung das Archäologische Seminar entstand.

Nach dem Vorbild von Göttingen und Bonn wurde seit 1840 auch in Leipzig eine Lehr- und Studiensammlung antiker Kunst aufgebaut, die trotz hoher kriegsbedingter Verluste heute immer noch zu den größten akademischen Kunstmuseen zählt. In der Folge entwickelte sich das Leipziger Archäologische Seminar zu einer angesehenen Lehr- und Forschungsanstalt, an der einflussreiche Gelehrte wie JOHANNES OVERBECK, FRANZ STUDNICZKA, HERBERT KOCH und BERNHARD SCHWEITZER das Fach vertraten und aus der nicht wenige bedeutende Archäologen wie ANDREAS RUMPF und ERNST LANGLOTZ hervorgingen.

Dem Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg unter Schweitzer und Koch setzten 1968 die gegen „bürgerliche Bildungsfächer“ gerichteten Maßnahmen der 3. Hochschulreform ein Ende: Der Lehrstuhl für Klassische Archäologie wurde aufgelöst und die Lehr- und Studiensammlung in Depots verbannt. Die Einrichtung bestand bis zur Wende als „Fachbereich Archäologie“ fort. 

1991 wurde der Lehrstuhl für Klassische Archäologie wiedereingerichtet. Von 1991 bis 1997 hatte EBERHARD PAUL den Lehrstuhl inne, in dessen Amtszeit eine erste Neuordnung von Institut, Studiengang und Antikenmuseum fiel. Seit 1994 wurde das Institut mit Bibliothek, Fotothek und Mediathek kontinuierlich wiederaufgebaut, 1999 konnten – 125 Jahre nach der Gründung – die Räumlichkeiten im restaurierten historischen Gebäude Ritterstraße 14 am Nikolaikirchhof bezogen werden. Das angeschlossene Antikenmuseum ist in der Alten Nikolaischule bereits seit 1994 zugänglich. In den nächsten Jahren gilt es, die ehemals berühmte Sammlung von Gipsabgüssen griechischer und römischer Plastik instandzusetzen und sie für die Lehre nutzbar zu machen. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde durch die Aufstellung einzelner gereinigter Abgüsse im Studiensaal und in den anderen Räumlichkeiten des Instituts getan. Durch die intensive Einbindung der Sammlung und des Antikenmuseums in den Lehrbetrieb konnte an die goldenen Zeiten der Leipziger Klassischen Archäologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angeknüpft werden.

Im Rahmen struktureller Umbrüche an der Universität Leipzig im Jahre 2014, erfolgte die Anbindung der Klassischen Archäologie als Lehrstuhl an das historische Seminar. Im gleichen Zug begann die Erarbeitung eines neuen Bachelorstudiengangs in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Alte Geschichte und der Professur für Ur- und Frühgeschichte. Mit dem 2018 schließlich eröffneten Studiengang „Archäologie und Geschichte des Alten Europa“ wird aktuellen Ansprüchen an interdisziplinäre Lehre Rechnung getragen und die glanzvolle Geschichte der klassischen Archäologie in Leipzig fortgeschrieben.

Am 22.02.2024 fand an der Universität Leipzig das 1. Mitteldeutsche Absolvent:innentreffen der Klassischen Archäologie (MIDAKA) statt.

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Am 15.11.2024 fand die Podiumsdiskussion "Der antike Mittelmeerraum – Potenziale eines Wissensgebietes" statt.

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Am 16.11.2024 fand die Veranstaltung Meeting Archaeologies - Was macht die Leipziger Archäologie am Mittelmeer? statt

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Am 22.01.2025 fand ein internes Kolloquium am Lehrbereich der Klassischen Archäologie statt. 

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Am 31.01.2025 fand an der Universität Jena das 2. Mitteldeutsche Absolvent:innentreffen der Klassischen Archäologie (MIDAKA) statt.

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Am 07.02.2025 fand der 1. Karrieretag Archäologie an der Universität Leipzig statt.

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Am 08.07.2025 fand ein internes Kolloquium am Lehrbereich der Klassischen Archäologie statt. 

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Für eine Übersicht über aktuelle und vergangene Lehrveranstaltungen klicken Sie hier
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Im Archäologischen Kolloquium sprechen vorwiegend auswärtige Gäste über neue Ergebnisse ihrer laufenden Forschungen und Ausgrabungen.

Das Programm des Wintersemesters 2025/2026 finden Sie hier
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Für eine Übersicht über vergangene Kolloquia am Lehrbereich klicken Sie hier

Für das 1. Berichtsblatt Leipziger*innen unterwegs (2024) siehe hier
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Für das 2. Berichtsblatt Leipziger*innen unterwegs (2025) siehe hier
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Infrastruktur

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Ritterstraße 14, Institutsgebäude des Lehrbereichs der Klassischen Archäologie (Foto: Marion Wenzel)
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Studierende sitzen an zwei Tischen in den Bibliotheksräumen der Klassischen Archäologie, eine Studierende arbeitet an ihrem Laptop, zwei Studierende tauschen sich über die Informationen in einem Buch aus, im Hintergrund Bücher und offene Fenster mit Blick auf die Nikolaikirche
Studierende in den Bibliotheksräumen (2.OG) in der Ritterstraße 14 (Foto: Marion Wenzel)

Die Bibliothek der Klassischen Archäologie ist eine Zweigstelle der Universitätsbibliothek, zur Nutzung ist die Benutzerkarte der Universitätsbibliothek erforderlich. Die Bibliothek umfasst zur Zeit über 16.000 Monographien, etwa 5.000 Zeitschriftenbände und 8.000 Sonderdrucke.

Die Zweigstelle ist eine Präsenzbibliothek mit Möglichkeiten der Ausleihe. Die Ausleihe ist hierbei an die Zeiträume des bibliothekarischen Service zwischen 10:00 und 13:00 Uhr gebunden.

Sehr alte, fragile Publikationen oder Sonderformate sind separat untergebracht, deren Nutzung ist nach Rücksprache mit dem Personal vor Ort möglich. Für das Scannen von Auszügen steht ein Buchscanner in den Räumen der Bibliothek für Ur- und Frühgeschichte (3. OG) sowie ein Buchscanner im Zeitschriftenraum der Klassischen Archäologie (2.OG) zur Verfügung.

Zum Scannen entnommene Bücher sind in den ausliegenden Listen der Bibliotheksaufsicht zu vermerken.

Über den folgenden Link gelangen Sie zur Sonderdruckdatenbank der Klassischen Archäologie.

Kontakt

Ritterstraße 14, 2. OG

zbarch@ub.uni-leipzig.de

Öffnungszeiten und Nutzungsbedingungen

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Blick in die Mediathek in der Ritterstraße 14 (Foto: Johannes Zahn)
Blick in die Mediathek in der Ritterstraße 14 (Foto: Johannes Zahn)

Der Lehrbereich der Klassischen Archäologie empfiehlt die Nutzung der archäologisch-kunsthistorischen Bild-Datenbank (arkuBiD). Studierende, die für ein Referat, eine Lehrveranstaltung oder eine Seminararbeit Abbildungen benötigen, können diese über die Mediathek per Mail unter Angabe der benötigten Informationen (siehe Tutorial weiter unten) bestellen. Vor eine Bestellung bitte vorab bei arkuBiD prüfen, ob die Abbildungen bereits in der Datenbank vorhanden sind. 

Sollten Sie Fragen zur Nutzung von arkuBiD haben, wenden Sie sich gerne an die studentischen Hilfskräfte der Mediathek in den unten genannten Sprechzeiten.

Kontakt

Ritterstraße 14, 2. OG, Zimmer 206

mediaklassarch(at)uni-leipzig.de

Öffnungszeiten

Montag 10 - 13 Uhr

Dienstag  15 - 17 Uhr

Mittwoch 09 - 12 Uhr

Im folgenden Video-Tutorial erhalten Sie eine Einführung in die Nutzung von arkuBiD

Zum Starten des Tutorials bitte Play drücken

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Eine Reihe von Gipsabgüssen antiker Skulpturen und Porträtköpfen, diese stehen auf einem großformatigen Schubladensystem eines Metallschrankes, in welchem alte Fotoaufnahmen nach unterschiedlichen Kategorien gelagert werden
Fotothek im Studiensaal in der Ritterstraße 14 (Foto: Marion Wenzel)

Die Bestände der Fotothek im Studiensaal in der Ritterstraße 14 umfassen Aufnahmen archäologischer Denkmäler aller Gattungen, darunter zahlreiche historische Fotographien des 19. Jahrhunderts. Nutzung und Öffnungszeiten nach Absprache mit dem Sekretariat.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Kinder stehen zusammen mit einer Mitarbeiterin vor einer Vitrine im Antikenmuseum und schauen sich die Ausstellungsstücke an.
Kids during a guided tour trough the museum, picture: Marion Wenzel

Das Antikenmuseum bildet einen zentralen Pfeiler des Archäologiestudiums an der Universität Leipzig. Es ist im Rahmen verschiedener Kooperationen in die universitäre Lehre und Forschung eingebunden und besetzt einen wichtigen Platz im kulturellen Leben Leipzigs.

Unter folgendem Link gelangen Sie zur Website des Antikenmuseums.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Das Antikenmuseum der Universität Leipzig in der Alten Nikolaischule (Foto: Marion Wenzel)
Das Antikenmuseum der Universität Leipzig in der Alten Nikolaischule (Foto: Marion Wenzel)

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