Das Antikenmuseum der Universität Leipzig ist neben der Dresdener Skulpturensammlung die einzige archäologische Sammlung in Sachsen, die umfassend und vielseitig über die europäische Antike informiert. Nach wechselvoller Geschichte ist das Museum heute im historischen Gebäude der 'Alten Nikolaischule' untergebracht. In einer attraktiven Dauerausstellung sind rund 450 der schönsten Objekte vereint, hauptsächlich bemalte Keramik mit Darstellungen aus dem griechischen Mythos und Alltagsleben sowie Statuetten und Geräte aus Bronze und Terrakotta. Es folgen Grabreliefs athenischer Bürger, griechische und römische Marmorbildnisse vermögender Privatleute, aber auch bekannter Philosophen, Dichter und sogar eines Kaisers, dann der berühmte Leipziger Schiffsschnabel vom monumentalen Grabmal eines Feldherrn, der wohl ein Zeitgenosse Caesars oder des Oktavian/Augustus war, und nicht zuletzt ein farbenprächtiges Architekturmodell der 'Casa del Poeta Tragico' in Pompeji, der im Jahr 79 n. Chr. vom Vesuv verschütteten Kleinstadt am Golf von Neapel. Diese und andere Exponate geben einen repräsentativen Überblick über die verschiedenen Denkmälergattungen, Stilrichtungen und Perioden der antiken Kunst von ca. 3000 v. Chr. bis in die Zeit der Spätantike um 600 n. Chr. 

Die Geschichte des Antikenmuseums ist eng verwoben mit der Geschichte der Klassischen Archäologie in Leipzig.

Johann Friedrich Christ, seines Zeichens Professor für Poesi, begann im frühen 19. Jahrhundert mit der Einbindung antiker Sachzeugen in die akademische Lehre. Die Erfolge die er hierbei verbuchen konnte führten bereits im Jahr 1834 zur Gründung einer antiquarischen Gesellschaft an der Universität Leipzig. Nach der Bereitstellung der nötigen finanziellen Mittel durch das zuständige Ministerium, konnte bereits 1836 mit gezielten Ankäufen antiker Kunst- und Alltagsgegenstände begonnen werden. So wurden unter Adolf Becker, neben Vasen und anderen Objekten antiker Kleinkunst, die ersten Gipsabgüsse angeschafft und vorerst provisorisch ausgestellt. Der Grundstein der Sammlung und des späteren Antikenmuseums war gelegt.

Ihre goldene Ära erlebte die Sammlung, der inzwischen öffentliche Schauräume im Hauptgebäude der Universität zur Verfügung standen, im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Unter Franz Studniczka wurden die Bestände um zahlreiche hochqualitative Objekte erweitert. Besonderes Augenmerk verdient hier eine Schenkung durch die Sammler und Kunstmäzene E.P. Warren und J. S. Marshall, in deren Rahmen, neben qualitätvollen Marmorbildwerken, auch klazomenische Sarkophage und eine Reihe hochwertiger griechischer Vasen in die Sammlung gelangten. Mit dem Umbau des Universitätshauptgebäudes, konnte auch die Antikensammlung mehrere neue, großzügige Räumlichkeiten beziehen, wodurch die Sammlung in ihrer ganzen Breite der Öffentlichkeit zugänglich wurde.

1943 beendete ein fataler Bombentreffer diese „goldene Ära“ vorläufig. Erhebliche Teile der Sammlung wurden schwer beschädigt und eine neuerliche öffentliche Präsentation der erhaltenen Stücke konnte erst ab 1955 in begrenztem Umfang gewährleistet werden. Die Bemühungen Herbert Kochs und Bernhard Schweitzers um eine Wiederbelebung des Antikenmuseums wurden 1968 im Zuge der Sprengung des Universitätsgebäudes durch die SED Administration beendet. Die Sammlung wurde der Öffentlichkeit entzogen und magaziniert.

So gelang es erst ab der deutschen Einheit durch die Wiederbelebung des Faches klassische Archäologie unter Führung Eberhard Pauls die traditionsreiche Geschichte der Sammlung fortzuschreiben. 1994 bezog die Sammlung neue Räumlichkeiten in der Alten Nikolaischule und konnte sich bis heute wieder zu einer wichtigen Konstante in der Leipziger Museumslandschaft und der deutschen Altertumsforschung entwickeln.

 

Heute besteht das Antikenmuseum als lebendiger Ort des Kunstgenusses und der Vermittlung Antiker Kunst- und Geschichte fort. Noch immer bildet die Sammlung einen zentralen Pfeiler der archäologischen Lehre an der Universität Leipzig, dient darüber hinaus aber auch als Lern- und Experimentierfeld für andere Fachrichtungen, wie etwa der Kunstpädagogik. Durch regelmäßige Sonderausstellungen, oft in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren der Stadt, der Universität oder der deutschen Altertumsforschung, ebenso wie durch zahlreiche Veranstaltungen, die von Fachvorträgen bis hin zu eher spielerischen Beiträgen zu den Museumsnächten in Halle und Leipzig reichen, besetzt das Museum einen wichtigen Platz im kulturellen Leben Leipzigs. Eine breite Palette an museumspädagogischen Formaten für Kinder, Familien, Schulklassen, bis hin zu Seniorenkollegs macht Antike Kulturgeschichte lebendig und erlebbar. Ein Aufzug erlaubt den barrierefreien Zugang zu den Ausstellungsräumen. Darüber hinaus wurde ein Teil der Dauerausstellung im Rahmen des Louis Braille Festivals 2019 umgestaltet und auch für Sehbehinderte Besucher erlebbar gemacht. Eine Schaufenstergalerie in den Fenstern des Studiensaales der Professur für Klassische Arhäologie, bietet Passanten einen Einblick in die sonst nur eingeschränkt zugängliche historische Gipsabguss-Sammlung.

Aktuelles

Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. »Wie ein Hund!« sagte er, es war, als sollte die Scham ihn überleben. Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Und es war ihnen wie eine Bestätigung ihrer neuen Träume und guten Absichten, als am Ziele ihrer Fahrt die Tochter als erste sich erhob und ihren jungen Körper dehnte. »Es ist ein eigentümlicher Apparat«, sagte der Offizier zu dem Forschungsreisenden und überblickte mit einem gewissermaßen bewundernden Blick den ihm doch wohlbekannten Apparat. Sie hätten noch ins Boot springen können, aber der Reisende hob ein schweres, geknotetes Tau vom Boden, drohte ihnen damit und hielt sie dadurch von dem Sprunge ab. In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse an Hungerkünstlern sehr zurückgegangen. Aber sie überwanden sich, umdrängten den Käfig und wollten sich gar nicht fortrühren.Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. »Wie ein Hund!« sagte er, es war, als sollte die Scham ihn überleben. Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich

Lehrveranstaltung im Antikenmuseum
Wissenschaftliche Bearbeitung antiker Kleinbronzen im Rahmen einer Lehrveranstaltung
Studierende lernen die wissenschaftliche Bearbeitung von Reliefplastik an historischen Gipsabgüssen.
Kommentierte Filmvorführung als Programmteil der Langen Nacht der Museen in Halle und Leipzig.

Mitarbeiter:innen

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Juniorprof. Dr. Katharina Meinecke

Direktorin

Archäologie des Mittelmeerraumes (JP)
Institutsgebäude
Ritterstraße 14, Raum 104
04109 Leipzig

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Telefax: +49 341 97-30709

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Dr. Hans-Peter Müller

Kustos

Antikenmuseum
Institutsgebäude
Ritterstraße 14, Raum 107
04109 Leipzig

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Telefax: +49 341 97-30709

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Grit Karen Friedmann

Restauratorin

Antikenmuseum
Institutsgebäude
Ritterstraße 14, Raum E-05
04109 Leipzig

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Telefax: +49 341 97-30709

Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit

Joana Apelt

Pia Birkefeld

Aufsicht

Bettina Weil

 

Madeleine Baer

Pia Birkefeld

Erik Riese