Highlights

Zu den wichtigsten Ausstellungsstücken des Ägyptischen Museums der Universität Leipzig gehört der aus Wacholderholz bestehende Sarg des Hedbastiru (ca. 645-625 v. Chr.) mit seiner sehr detailliert gearbeiteten Hieroglyphendekoration. Er ist zugleich das erste Stück der Sammlung, das 1842 von Gustav Seyffarth für die Universität Leipzig angekauft wurde. Die genauen Fundumstände des Sarges sind nicht bekannt, ebensowenig Details zu dessen Inhaber.

 

Ein seltener Fund gelang Georg Steindorff in einem Grab der 5. Dynastie in Giza. Dort fand er ein sorgsam mit Blattgold beschichtetes Kupferdiadem, das zum Kopfschmuck einer Dame aus der Zeit um 2400 v. Chr. gehörte. Neben den edlen Materialien zeichnet es sich auch durch drei filigran ausgearbeitete hölzerne Ornamenten aus, die daran angebracht sind. Die Goldschicht ist nur noch partiell erhalten. Um einen Eindruck des ursprünglichen Aussehens zu erhalten, ist im Museum direkt unter dem Original eine Nachbildung zu sehen.

Aus der gleichen Nekropole stammt die Gruppe von Dienerfiguren des Beamten Djascha, die in faszinierender Detailfreude die Vorgänge der Nahrungsmittelproduktion dreidimensional wiedergeben.
Zu den hervorragendsten Reliefs, die in der altägyptischen Zeit angefertigt wurden, zählen die Funde aus den Gräbern der Oberschicht in Saqqara, dem Stadtfriedhof von Memphis.
Um 1300 v. Chr. wurden dort freistehende Grabkapellen von Beamten wie Niai und Rama errichtet, aus denen einige Reliefs nach Leipzig gelangten.

Das Museum besitzt eines der wenigen annähernd vollständigen Grabensembles aus dem Mittleren Reich: Herischef-Hotep, der um 2000 v. Chr. bestattet wurde, hatte für sich ein reich bemaltes Sargensemble sowie Hausmodelle, Szepter und Stäbe,  Modellboote und Keramikgefäße anfertigen lassen. Dank einer Spende der Ostdeutschen Sparkassenstiftung konnte dieser 1902 entdeckte bedeutende Fundzusammenhang restauriert und wieder ausgestellt werden.

Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Funde aus der Grabung, die Georg Steindorff in Aniba, einer Hauptstadt in Unternubien, durchführte. Aufgrund dessen besitzt Leipzig die in Deutschland größte Sammlung von Fundstücken aus Nubien. Hierzu gehören die wundervoll detailliert gearbeiteten Ritzmusterschalen, wie auch die Statuen des Beamten Ruju, eines Nubiers, der um 1450 v. Chr. im ägyptischen Kolonialsystem des Neuen Reiches Karriere gemacht hatte.