Unter dem Motto "Zum Greifen nah" ermöglicht das Antikenmuseum blinden und sehbehinderten Menschen, die griechisch-römische Antike barrierefrei zu erkunden. Besucherinnen und Besucher finden in der Dauerausstellung vielsinnliche Medien wie Tastbilder und Duftstationen, Objekte zum Ertasten, Audiokollagen und eine Hörprobe aus der Ilias von Homer in Altgriechisch, die das Leben der Griechen und Römer auf verschiedenen Ebenen erfahrbar machen.

Büste des Homer zur Ausstellung "Zum Greifen nah"
Ausstellung "Zum Greifen nah", Foto: Antikenmuseum Leipzig

Das inklusive Angebot wurde 2019 von Studierende der Kunstpädagogik und der Archäologie der Alten Welt gemeinsam in einer Lehrveranstaltung entwickelt. Unterstützung und Beratung fand das Projekt durch die Deutsche Zentralbibliothek für Blinde, die Wladimir-Filatow-Förderschule für Blinde und Sehbehinderte, Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbades e.V. und einer Blindentrainerin sowie durch Firmen, die Exponate für die Taststationen zur Verfügung stellten.


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Inklusive Stationen der Ausstellung "Zum Greifen nah"
Stationen der Ausstellung "Zum Greifen nah", Foto: Marion Wenzel

Unterstützung und Beratung fand das Projekt durch die Deutsche Zentralbibliothek für Blinde, die Wladimir-Filatow-Förderschule für Blinde und Sehbehinderte, Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbades e.V. und einer Blindentrainerin sowie durch Firmen, die Exponate für die Taststationen zur Verfügung stellten.

Anreise

Das Antikenmuseum befindet sich am Nikolaikirchhof in der Innenstadt, ca. 500 m vom Augustusplatz (Gewandhaus/Oper) entfernt. Sie erreichen uns zu Fuß ab Hauptbahnhof in 15 Minuten. Mit den Straßenbahnlinien 4, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 15, 16 gelangen Sie bis zur Haltestelle Augustusplatz, von dort sind es ca. 5 Minuten zu Fuß. Mit der S Bahn erreichen Sie uns über die Linien S 1 - S 5 bis zur Haltestelle Markt. Von dort erreichen Sie uns zu Fuß in ca. 10 Minuten.

Parkplätze für Besucher mit Behinderung sind am Nikolaikirchhof nicht vorhanden. Die nächsten Behindertenparkplätze finden Sie im Parkhaus Hauptbahnhof (Ostseite) und im Parkhaus Augustusplatz 5–6.

Der Eingangsbereich des Hauses ist mit regelmäßigen Natursteinplatten und einem roten Teppich ausgelegt. Links neben dem Eingang zum Lichthof befindet sich die Kasse. Die Ausstellungsräume des Museums sind über einen Aufzug zu erreichen. 

Das Museum ist von Dienstag bis Donnerstag von 10–15 Uhr, Samstag und Sonntag von 12–17 Uhr geöffnet. Montags und freitags sowie an gesetzlichen Feiertagen ist das Museum geschlossen.

ZUGANG

Das Antikenmuseum befindet sich im historischen Gebäude der Alten Nikolaischule. Der Fußgängerbereich außerhalb des Museums besteht aus Granitplatten und kleinen Granitsteinen. Am Zugang zum Haus (Tür 106 cm) ist eine Stufe von 10 cm Höhe zu beachten.

IM GEBÄUDE

Die Kasse befindet sich ebenerdig im Lichthof des Erdgeschosses. Der Haupteingang zum Museum im 1. Obergeschoss ist über eine Treppe erreichbar. Den Ausstellungsbereich können Sie auch per Aufzug (Tür 89 cm, Fläche 108 x 153 cm, Bedienelemente 117 cm) über einen Nebeneingang erreichen. Falls Sie Schwierigkeiten haben, das Museum zu betreten, wenden Sie sich bitte an das Kassenpersonal, das Ihnen gern weiterhilft.

Sie finden im Gebäude neben dem Antikenmuseum auch die Ausstellung "Der junge Wagner" sowie einen Museumsshop und eine Gaststätte. Eine behindertengerechte Toilette befindet sich im Kellergeschoss. In allen Ausstellungsräumen befinden sich Sitzgelegenheiten.

HINWEISE FÜR IHREN MUSEUMSBESUCH

Assistenz- und Blindenhunde sind im Museum willkommen. Verfügen Sie über einen Schwerbehindertenausweis und ist darin ein B vermerkt, so hat Ihre Begleitperson freien Eintritt. In den Ausstellungsräumen dürfen Sie ohne Blitz und ohne Stativ fotografieren, falls Sie die Exponate vor Ort oder zuhause heranzoomen möchten.

TOILETTEN

Im Kellergeschoss über eine Treppe oder per Lift erreichbar, befindet sich eine mit Piktogramm gekennzeichnete Behindertentoilette (Tür 93 cm, 125 x 195 cm vor und 88 cm neben dem WC).

GARDEROBE

Die Garderobe befindet sich an der Kasse.

ROLLSTUHLFAHRER

Die meisten Ausstellungsbereiche sind für Rollstuhlfahrer gut nutzbar. In den Durchgängen zum Raum 2 bzw. dem Kabinett ist eine Schwelle von 3 cm Höhe zu beachten. Die Aufsichten helfen Ihnen gern, diesen Ausstellungsraum zu betreten.

TAKTILES LEITSYSTEM

Die Ausstellung verfügt über ein Leitsystem für blinde Menschen. Hinter dem Haupteingang zum Museum ist an der rechten Wand ein taktiler Übersichtsplan angebracht. Der Plan gibt Auskunft über den Ausstellungsrundgang sowie die Tast-, Hör- und Duftstationen, die für Blinde und Sehbehinderte eingerichtet und mit Groß- bzw. Brailleschrift ausgestattet wurden.

AUSSTELLUNGEN UND TASTFÜHRER

Im Antikenmuseum finden Sie eine hervorragende Ausstellung von Werken antiker Kunst und Kleinkunst aus den Ländern des Mittelmeerraumes.

Für die Dauerausstellung wird in Verbindung mit einem taktilen Leitsystem ein Tastführer für Blinde und sehschwache Besucher mit sieben Stationen zu ausgewählten Exponaten angeboten. An den Vitrinen befinden sich QR-Codes, über die Sie mit dem Smartphon zusätzliche Informationen abrufen können.

Die Beschriftungen der Taststationen sind für Blinde und Menschen mit verminderter Sehkraft in Großschrift erstellt. Beschreibende Texte können Sie mit Ihrem Smartphon über einen QR-Code an den einzelnen Stationen von der Website abrufen. Für Menschen mit Sehbehinderung sind die Texte in Großschrift erstellt, Blinde können sie sich über einen Reader vorlesen lassen. An der Museumskasse können Sie außerdem kostenlos gegen Pfand (Personalausweis o.ä.) ein iPad ausleihen, mit dem Sie die beschreibenden Texte aufrufen können.

Für Gruppen bieten wir die »Führung mit Berührung« an. In diesem museumspädagogischen Programm werden eine Büste des blinden Dichters Homer, Kopien von griechischem Trinkgeschirr, tastbare Bilder von griechischen Vasen, Kopien von Säulenkapitellen, Kopien von griechischen und römischen Porträts sowie Werkzeuge der Steinbearbeitung und deren Spuren auf einem Stein aus Carrara-Marmor durch Tasten erkundet.

Führung mit Berührung: ermäßigter Eintritt, zzgl. 2,00 € Führungsgebühr pro Person; Begleitpersonen erhalten freien Eintritt.

Gern stellen wir Ihnen auch ein individuelles Programm zusammen. Bitte sprechen Sie uns an!

Der Rundgang durch das Museum führt Sie zu folgenden Stationen:

  • Die blicklosen Augen des Homer: Ertasten Sie das Bildnis des berühmten blinden Dichters und lauschen Sie einer Hörprobe aus der Ilias in altgriechischer Sprache.
  • Düfte alt wie die Welt: Riechen wie die Griechen. Wissen Sie, wie Weihrauch und Myrrhe aussehen und wonach sie riechen?
  • Vom Trinken und Bechern: Griechisches Trinkgeschirr zum Anfassen und Ausprobieren. Über eine Klangkollage können Sie akustisch die Geschichte einer griechischen Vase verfolgen.
  • Bilder auf Vasen: Anhand von Tastbildern können Sie Tiere und Fabelwesen ertasten, die einst als Bemalung die Gefäße der Griechen verzierten.
  • Antike Tempel: Anhand eines Tastbildes erfühlen Sie den Aufbau eines antiken Tempels. Können Sie den Tempel zu Ende puzzeln? Oder die verschiedenene Merkmale der unterschiedlichen Kapitelle ertasten, die den Schaft einer Säule bekrönten?
  • Sehen mit den Händen: An drei Köpfen aus unterschiedlichen Epochen antiker Kunst können Sie mit den Händen auf Entdeckungsreise gehen. Ertasten Sie das zerfurchte Gesicht eines greisen Römers mit schütterem Haar. Fühlen Sie die Lockenpracht des späteren römischen Kaiser Marc Aurel. Jugendlich und zeitlos fühlt sich das Gesicht des griechischen Helden Achill an.
  • Steinmetzen über die Schultern geschaut: Fühlen Sie die unterschiedlichen Werkzeuge, mit denen die antiken Steinmetzen und Bildhauer Stein bearbeiteten. Welche groben und feinen Spuren diese Werkzeuge auf dem Stein hinterließen, können Sie an einem Block aus Carrara-Marmor ertasten.
  • Herakles auf dem Bordstein. Ein illustriertes Buch für Alle

    Was Herakles auf einem Bordstein zu suchen hat, wie Julka ihre Schwester Ina von ihren Bauchschmerzen ablenkt und wie Helden ticken, davon handelt dieses ungewöhnlich und scheinbar einfach illustrierte Buch der Leipziger Autorin Juliane Zöllner. Ein sehr junges Zwillingspaar, Iphikles und Herakles, wird von giftigen Schlangen aufgesucht und lässt damit einige Steinchen innerhalb der griechischen Mythologie ins Rollen kommen. Illustriert wurde es dreidimensional von einer Gruppe von Studierenden der Kunstpädagogik.

Ausstellung "Zum Greifen nah" im Antikenmuseum der Uni Leipzig
Ein Einblick in die verschiedenen Stationen der Ausstellung "Zum Greifen nah"

Ein Einblick in die verschiedenen Stationen der Ausstellung "Zum Greifen nah"

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