Wegen seines sehr guten Erhaltungszustands und der Sorgfalt der handwerklichen Ausführung ist der Sarg des Hedbastiru bis heute eines der herausragenden Stücke der Ägyptischen Sammlung, das sich auch mit seinem anspruchsvollen Text-Bild-Programm von anderen Särgen seiner Zeit abhebt. Eine kleine Monographie von Georg Ebers (1884) stellt bislang die ausführlichste Abhandlung zum Sarg dar, doch geht ihr Wert kaum über die Identifikation der meisten Inschriften mit Sprüchen aus dem Totenbuch und der auf dem Deckel dargestellten Götter hinaus. Als ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet wird PD Dr. Burckhardt Backes in den nächsten Monaten nun Dank der Förderung der Gerda Henkel Stiftung die Bearbeitung der Sargdekoration und Inschriften vornehmen.
Daneben wurden in den Jahren 2015 und 2023 verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die der Bestimmung der Holzarten, der Datierung auf Grundlage des Materials (C14 in Kombination mit Dendrochronologie) und der Sichtbarmachung der Darstellungen und Inschriften auf der Innenseite des Sarges (Infrarotreflektografie) dienten.
Am Ende werden alle Ergebnisse in einer umfassenden Monographie zusammengefasst. Es geht dabei um eine ganzheitliche Betrachtung des Sarges – von seiner Geschichte und seiner Materialität bis hin zu seiner Fertigung und Gestaltung. Parallel zu dieser wissenschaftlichen Publikation ist eine populärwissenschaftliche, reich bebilderte Veröffentlichung geplant, die sich an ein breites Publikum richtet. Ziel ist es, universitäre Forschungsergebnisse für die Öffentlichkeit sichtbar und zugänglich zu machen – ein zentrales Anliegen heutiger Wissenschaftskommunikation.